Polizistin sagt im Innenausschuss aus - Warum fanden sie die tote Bella nicht im Pool?
Preetz – Ein kleines Mädchen (3) ertrinkt alleine und unbemerkt im Pool seiner Eltern. Als Einsatzkräfte nach dem Kind suchen, entdecken sie es dort im Wasser zunächst nicht – sondern erst am nächsten Tag. Die Tragödie in Preetz (Schleswig-Holstein) beschäftigt weiterhin Verwandte, Freunde und die Behörden.
Noch immer ist unklar, warum das Kind vor rund zwei Wochen bei den Suchmaßnahmen nicht sofort entdeckt wurde. Eine Leitende Polizistin sagte nun im Innen- und Rechtsausschuss des Schleswig-Holsteinischen Landtags aus: In der Nacht, bevor Bella tot auf der Wasseroberfläche treibend gefunden wurde, hätten Polizisten und ein Feuerwehrmann den Pool im Garten des Elternhauses gründlich mit einem Kescher abgesucht. Auch der Grund des Wasserbeckens sei kontrolliert worden.
Die Polizistin beschreibt in ihrer Aussage die Details: Weil die Beamten mit dem etwa 140 bis 150 Zentimeter langen Kescher die Mitte des Pools mit vier Metern Durchmesser nicht erreichen konnten, wurde ein Feuerwehrmann angefordert, der mit einer Wathose in den Pool steigen sollte. Den Grund des etwa 80 Zentimeter tiefen Wassers habe man wegen starker Trübung durch Algen nicht sehen können.
Gegen 1 Uhr in der Nacht habe ein Feuerwehrmann mit der Durchsuchung des Pools begonnen. Er sei den Grund in kleiner werdenden Kreisen bis zur Mitte hin und danach im Zickzack abgegangen. Eingesetzt worden sei auch eine Wärmebildkamera. „Es konnten keine relevanten Feststellungen am Pool getroffen werden“, sagte die Beamtin im Ausschuss. Der Garten sei ebenfalls mithilfe der Wärmebildkamera abgesucht worden. Man habe mehrere Sandhügel abgetragen.
Erst am folgenden Morgen (6. August) wurde das tote Kind entdeckt – auf dem Wasser des Pools treibend. Eine Obduktion ergab, dass das Mädchen zu dem Zeitpunkt bereits mehrere Stunden tot war. Bella war ertrunken. Spuren von Gewalt seien nicht gefunden worden.
Vor der Durchsuchung des Wassers in der Nacht hätten Polizisten Garten und Pool bereits einmal in Augenschein genommen, berichtete die Leitende Polizistin. Angehörige hätten aber versichert, das Kind sei aus dem Vordereingang aus dem Haus gelaufen. In den Garten gelangt man ausschließlich durch das Haus. Ein Verwandter habe zudem angegeben, den Pool bereits selbst gründlich mit dem Kescher abgesucht zu haben.
Nach dem autistischen und seh- sowie höreingeschränkten Mädchen suchte man seit dem Mittag des 5. August mit einem großen Polizeiaufgebot. Die Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt gegen die Eltern wegen möglicher Aufsichtspflichtverletzungen.
Innenministerin Magdalena Finke (CDU) sagte zu Beginn der Sitzung: „Das, was geschehen ist, bewegt uns alle.“ Für die Einsatzkräfte sei ein solcher Einsatz sehr herausfordernd und belastend. Sie hätten mit großem Einsatz nach dem Kind gesucht, „immer in der Erwartung und Hoffnung, dieses lebend zu finden“.
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