Vier Tonnen tote Fische – Polen kämpft gegen giftige Goldalge in Oder-Nebengewässer
Mehr als vier Tonnen tote Fische haben polnische Behörden in den vergangenen Tagen aus einem Nebengewässer der Oder geborgen, des Gleiwitzer Kanals. Bislang sei das Fischsterben auf einen Abschnitt dieses Kanals begrenzt, sagte eine Sprecherin der örtlichen Wasserbehörde dem Sender Tok.fm. Die Oder ist ein deutsch-polnischer Grenzfluss.
Ursache sei die Blüte der giftigen Goldalge, teilte die Behörde mi t. Derzeit würden regelmäßige Patrouillen zu Wasser und an Land die Lage überwachen. Der Betrieb von zwei Schleusen sei ausgesetzt worden. So solle verhindert werden, dass die Goldalge sich auf weitere Kanalabschnitte ausbreite. Sollte dies nicht gelingen, erwägt die Wasserbehörde demnach die kontrollierte Einleitung von Wasserstoffperoxid, das die Zellen der Goldalge schädigen soll.
Im Sommer 2022 war es in der Oder zu einem massenhaften Fischsterben gekommen. Expertinnen und Experten kamen zu dem Schluss , dass höchstwahrscheinlich die toxische Wirkung einer Blüte der giftigen Goldalge Prymnesium parvum den Tod der Fische verursacht hatte.
Wegen seines Umgangs mit der Katastrophe stand Polen in der Kritik. Die damalige Bundesumweltministerin Steffi Lemke räumte ein, es habe bei der Aufklärung des Fischsterbens Schwierigkeiten bei der Kooperation mit Polen gegeben. »Die Frage der deutsch-polnischen Zusammenarbeit hat an dieser Stelle ganz offensichtlich nicht funktioniert, sonst hätten wir früher Informationen erhalten, zumindest das Land Brandenburg oder auch die Anrainerkommunen«, sagte Lemke damals.
1 Min Zur Merkliste hinzufügen Umweltministerin Lemke zum Fischsterben: »Polen muss seine Einleitungen in die Oder reduzieren« Ein Interview von Serafin Reiber 5 Min Zur Merkliste hinzufügen 5 Min Zur Merkliste hinzufügen meinung meinung • Fischsterben in der Oder: Die nächste Oderkatastrophe naht – und keinen kümmert’s Ein Kommentar von Serafin Reiber 4 Min Zur Merkliste hinzufügen 4 Min Zur Merkliste hinzufügen Der nun betroffene Gleiwitzer Kanal, 1939 in Betrieb genommen, ist 41 Kilometer lang und verbindet die oberschlesische Großstadt Gleiwitz (Gliwice) mit der Oder. Zuletzt wurde dort im Sommer 2024 erneut eine große Menge toter Fische geborgen. Die Behörden ordneten seinerzeit eine Anreicherung des Wassers mit Sauerstoff an und leiteten Wasserstoffperoxid ein.
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