Italien: Forscher freuen sich über Rückkehr einer seltenen Krabbe in den Gardasee
Das Ökosystem des Gardasees hatte in den letzten Jahrzehnten viel zu leiden.
Jetzt haben Naturschützer eine Entdeckung gemacht, die als sehr gutes Zeichen gewertet werden kann.
Der Gardasee ist eines der bekanntesten – und schönsten – Urlaubsziele Europas.
Doch unter der Wasseroberfläche des größten italienischen Sees kämpft das Ökosystem seit Langem mit Problemen.
Sinkende Fischbestände und die Ausbreitung invasiver Arten setzen ihm zu.
Umso größer ist nun die Freude von Naturschützern über einen Wasserbewohner, den man hier lange nicht zu sehen bekam: die Flusskrabbe.
Potamon fluviatile ist an den Gardasee zurückgekehrt – diese überraschende Entdeckung gelang Tauchern des WWF , die am Ufer bei Brenzone eigentlich nach eingeschleppten Fremdarten suchten.
Zwischen Felsen fanden sie jedoch unverhofft das genaue Gegenteil: Italiens einzige heimische Süßwasserkrabbe, die im Land seit den 1990er-Jahren als nahezu ausgerottet galt.
Zunächst hielten die Taucher das Tier sogar für einen weiteren Eindringling – bis sich herausstellte, dass es sich um die seltene heimische Art handelte.
Am Gardasee freut man sich über die Flusskrabbe Inzwischen geht man davon aus, dass es sich dabei nicht nur um einzelne Tiere handelt.
Nach Angaben des WWF deutet vieles auf eine stabile Population der Flusskrabben hin. „Zahlreiche Sichtungen, dokumentiert durch Filmaufnahmen in ihrem natürlichen Lebensraum, bestätigen ihre Rückkehr, insbesondere am Ufer des Gardasees bei Verona“, erklärt Paolo Zanollo, Referent des WWF.
Auf den Aufnahmen sind sowohl Jungtiere als auch ausgewachsene Krabben zu sehen – ein Zeichen dafür, dass sich die Tiere erfolgreich fortpflanzen.
Für die Wissenschaft ist das Comeback äußerst erfreulich und macht Mut: Die Flusskrabbe gilt als wichtiger Hinweisgeber für gesunde Natur. „Diese einheimische Art, die heute geschützt ist, ist ein wichtiger Indikator für die Wasserqualität und die Gesundheit des Ökosystems “, schreibt der WWF.
Das Ökosystem Gardasee erholt sich Die Tiere besitzen einen bis zu sechs Zentimeter breiten Panzer, sind vorwiegend in der Dämmerung aktiv und ernähren sich unter anderem von Algen, kleinen wirbellosen Tieren und Pflanzenresten.
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