Nordostpassage: Südkoreanischer Frachter soll erstmals über Arktis nach Europa fahren
Mit der »PanStar Arco« soll erstmals ein südkoreanisches Containerschiff durch die arktischen Gewässer der Nordostpassage nach Europa fahren. Das Schiff legte am Samstagabend in der Stadt Busan für eine kommerzielle Testfahrt durch die Schifffahrtsroute ab, wie das Ministerium für Ozeane und Fischerei mitteilte. Die »PanStar Arco« ist unter anderem mit Chemieprodukten und Gebrauchtwagen beladen und soll die europäischen Häfen in Felixstowe (Großbritannien), Rotterdam (Niederlande) und Danzig (Polen) anlaufen.
Die südkoreanische Regierung will prüfen, ob die Nordostpassage für den kommerziellen Schiffsverkehr tauglich ist. Die Fahrt soll helfen, die Route durch die Arktis künftig als neuen Handelsweg zu etablieren. Die Hafenstadt Busan im Südosten Südkoreas soll langfristig als internationales Drehkreuz ausgebaut werden.
Die Route durch die Arktis ist für die Schifffahrt interessant, weil sie den Weg zwischen Asien nach Europa deutlich verkürzt. Der übliche Weg führt durch den indischen Ozean, den Suezkanal und das Mittelmeer und ist rund 20.000 Kilometer lang. Die Route durch die Arktis ist dagegen rund 7.000 Kilometer kürzer.
Allerdings ist der Weg einen großen Teil des Jahres durch Eis versperrt. Infolge des Klimawandels verlängert sich die schiffbare Zeit allerdings. Umweltschützer warnen jedoch vor den Folgen des zunehmenden Schiffsverkehrs in der Arktis, insbesondere vor der Störung der empfindlichen Ökosysteme.
Durch den Rückgang des arktischen Eises ist die Nordostpassage für mehrere Nationen von zunehmender wirtschaftlicher und militärischer Bedeutung . Auch Russland und China treiben die kommerzielle Nutzung des Seewegs voran. China betreibt bereits einen saisonalen Linienverkehr durch die Arktis nach Europa. Russland nutzt die Route unter anderem für den Schiffstransport von Flüssiggas (LNG) für Kunden in Asien vom Hafen Sabetta auf der sibirischen Jamal-Halbinsel.
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