Wie stark ist man wirklich? - Forscher entwickeln Selbsttest für die Muskelkraft
Wer regelmäßig Bankdrücken, Kniebeugen oder Kreuzheben macht, kennt das Problem: Im Fitnessstudio wirkt der Trainingspartner oft stärker oder schwächer. Ob man im Vergleich zu Alter, Körpergröße und Körpergewicht tatsächlich überdurchschnittlich stark ist, lässt sich jetzt genauer bestimmen.
Forscher der IST-Hochschule Düsseldorf und der Deutschen Sporthochschule Köln haben dafür einen Kraft-Selbsttest entwickelt. Grundlage ist eine Studie mit 393 aktiven Menschen im Alter von 16 bis 64 Jahren, darunter 197 Frauen und 196 Männer . Die Teilnehmer absolvierten einen sogenannten 1-RM-Test. Dabei wird ermittelt, welches Gewicht bei einer Übung genau einmal maximal bewegt werden kann. Getestet wurden Bankdrücken, Kniebeugen und Kreuzheben.
Die Wissenschaftler untersuchten den Einfluss von Alter, Körpergewicht, Körpergröße sowie Arm- und Beinlängen auf die Maximalkraft. Die Auswertung zeigte: Entscheidend für die Leistung sind vor allem Alter, Größe und Gewicht.
Arm- und Beinlängen spielten dagegen keine wichtige Rolle. Studienleiter Eduard Isenmann erklärt dazu: „Wir konnten es nun endlich beweisen und im Prinzip auch zeigen, dass wir nur mit der Körpergröße relativ gut die Anthropometrie abbilden konnten.“
Außerdem zeigte die Analyse, dass die Kraft nicht proportional mit dem Körpergewicht zunimmt. Ein Mann mit 105 Kilogramm Körpergewicht muss deshalb nicht automatisch 50 Prozent stärker sein als ein Mann mit 70 Kilogramm.
Aus den Daten entwickelten die Forscher einen sogenannten Z-Score – eine Art statistischer Vergleichswert zum Durchschnitt. Liegt dieser bei null, entspricht die Kraftleistung dem Durchschnitt für die persönliche Körperstatur und das Alter. Werte über null stehen für eine überdurchschnittliche Leistung, Werte darunter für eine unterdurchschnittliche.
Für den Test werden Geschlecht, Alter, Größe, Gewicht sowie die persönlichen Maximalwerte in Bankdrücken, Kniebeugen und Kreuzheben eingegeben. Der Rechner ordnet die Leistung anschließend ein.
Die Forscher betonen, dass der Z-Score nur ein Richtwert ist. Er funktioniert ausschließlich für Menschen, die diese Übungen regelmäßig trainieren. Die Ergebnisse liefern vor allem einen Anhaltspunkt dafür, wie die eigene Kraftleistung im Vergleich zum Durchschnitt einzuordnen ist.
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