PowerCo-Chef Frank Blome: Macht dieser Mann Volkswagen zum Batterie-Champion?
Ein Samstagmorgen, Ende August, im nagelneuen Batteriezellenwerk von Volkswagen im niedersächsischen Salzgitter . Frank Blome schreitet, begleitet von einem Tross von Mitarbeitern, durch sein Milliardenprojekt. Er zeigt zur Hallendecke. Dort oben ist ein Gewirr leuchtend roter Leitungen zu sehen, so weit das Auge reicht in der mehrere Hundert Meter langen Werkshalle. Alles, was rot lackiert sei, diene dem Brandschutz, erklärt Blome.
Toll findet der VW-Manager das nicht. Was der Autokonzern hier an Brandschutz-Technik habe installieren müssen, um den deutschen Vorschriften Genüge zu tun, das gebe es in keinem anderen Werk der Welt. Völlig überzogen, seiner Meinung nach. Er schiebt fast schüchtern hinterher, das müsse man doch auch mal infrage stellen dürfen. Blome klingt nicht wirklich hoffnungsvoll, dass sich viel ändern wird.
So ist das, wenn einer in Deutschland eine Fabrik baut. Andererseits: Dass VW überhaupt für zwei Milliarden Euro sein erstes eigenes Batteriezellenwerk in die niedersächsische Tiefebene geklotzt hat – das mutet in diesen Zeiten fast unwirklich an. Ansonsten jedenfalls macht Europas größter Autokonzern diesen Sommer wieder einmal nur mit Sparen, Kürzen und Schließen Schlagzeilen. Konzernchef Oliver Blume bereitet das größte Kostensenkungsprogramm der VW-Geschichte vor. 100.000 Jobs und vier deutsche Autofabriken stehen auf der Kippe. Zugleich aber schieben Frank Blome und seine Mannschaft diesen Sommer in Salzgitter Samstags-Sonderschichten, um Volkswagens neues Hightech-Werk für Batteriezellen auf Touren zu bringen.
Da geht also doch noch was im Industrie-Abbauland Deutschland. Mehr noch: VW hat die gewaltige neue Fabrik in Niedersachsen praktisch ohne staatliche Subventionen gebaut. Dem US-Chiphersteller Intel sind im benachbarten Sachsen-Anhalt Milliardenhilfen zugesagt worden für eine neue Halbleiterfabrik, die am Ende doch nicht gebaut wurde. Frank Blomes Fabrik dagegen kam fast ohne Staatshilfe aus.
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