Die Liebe von König Harald und Sonja - „Wenn ich sie nicht heiraten darf, dann keine“
Oslo (Norwegen) – Er starb nur einen Tag vor seinem Hochzeitstag! Norwegen trauert um König Harald V. (†89), der am Freitagmorgen um 6.35 Uhr friedlich eingeschlafen ist. Er saß seit 1991 auf dem Thron. Viele Norweger sind mit ihm aufgewachsen, kennen ihn ihr Leben lang. Ihn – und seine große Lebensliebe Sonja (89). Denn im Land war der Monarch auch deswegen so verliebt, weil er mit seiner Frau eine besondere Ehe führte. Beide hätten am 29. August (Samstag) 58. Hochzeitstag gefeiert.
Im Juni 1959 lernten sich beide bei einer Privatparty kennen. Er war 22, sie 21. Harald war hingerissen von Sonjas braunen Augen, gestand er später. Der damalige Kronprinz besuchte die Kavallerieschule, danach die Militärakademie, lud Sonja zum Abschlussball ein. Dort funkte es, der erste Kuss. Aber: Sonja Haraldsen war Tochter eines Kaufmanns und einer Hausfrau. Die gelernte Schneiderin jobbte im Bekleidungsgeschäft ihres Vaters. Eine Bürgerliche!
Aus Sicht des Hofs war sie deshalb eine höchst problematische Partnerin. Es begannen neun dramatische Jahre. Denn der König (Olav V.) verbot seinem Sohn, diese bürgerliche Frau in sein Leben zu lassen. Doch da war Sonja längst angelangt – sie liebten sich im Geheimen, trennten sich mehrmals, wenn der Druck von Hof oder Öffentlichkeit zu groß wurde. Doch Harald blieb hart. „Ich habe damals gesagt, dass ich unverheiratet bleibe, wenn ich sie nicht heiraten darf“, berichtete er später. Das Ganze war deshalb eine Gefahr für die Zukunft der norwegischen Monarchie. Denn: keine Ehe, keine Kinder – keine Thronfolger!
Harald sagte rückblickend, dass sie praktisch gegen alle kämpfen mussten – gegen seinen Vater, Politiker und die Presse. Selbst Prinzessin Astrid (heute 94), Haralds ältere Schwester, wusste lange nichts von der Beziehung zu Sonja. Obwohl die Gerüchte in der Öffentlichkeit kursierten, hielt Harald die Sache innerhalb der Familie geheim. Für ihn wurde seine Liebe auch zum Loyalitätskonflikt: Er liebte Sonja, doch gleichzeitig wusste er, dass er als Thronfolger eine besondere Verantwortung seinem Vater gegenüber und auch ganz Norwegen gegenüber hatte.
Am Ende siegte beim alten König, Olav V. (†87), die Hoffnung auf das Weiterbestehen der Monarchie – und er willigte in die Ehe ein. Am 19. März 1968 wurde öffentlich bekanntgegeben, dass Harald Sonja heiraten durfte. Dann ging alles schnell. Nur fünf Monate nach der Verlobung fand die Hochzeit statt.
Der Hof war damals nicht daran gewöhnt, dass es auch eine Frau gab, die was zu sagen hatte. König Olav war schon lange verwitwet. Aber Sonja fand auch ohne die Hilfe einer Vorgängerin ihre Rolle. Sie war die perfekte Stütze für ihren Mann. Doch das Paar schwebte nach der Traumhochzeit nur kurz auf einer rosa Wolke. Harald segelte oft, war manchmal wochenlang nicht zu Hause. Sonja blieb oft allein. Das Paar bekam zwei Kinder, aber Sonja erlitt auch Fehlgeburten, von denen die Öffentlichkeit erst Jahrzehnte später erfuhr, als zu ihrem 70. Geburtstag ihre Biografie veröffentlicht wurde.
Außerdem fühlte sich Sonja bei Hof nie richtig willkommen. Das norwegische Königshaus war ein frauenloser Hof und erinnerte nach Aussage von Historikern an ein „Militärlager“.
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