Bei Ausbildung in Sachsen-Anhalt - Bericht: 80 ukrainische Soldaten desertiert!
Magdeburg – Während in der Heimat der Krieg tobt, schickt die Ukraine immer wieder Soldaten zur Ausbildung nach Deutschland. Eine neue Recherche der „Zeit“ zeigt nun: Viele nutzen den Aufenthalt in der Fremde, um zu desertieren. Allein in Sachsen-Anhalt meldet das zuständige Innenministerium rund 80 Fälle. Deutschlandweit soll es sogar Hunderte Deserteure geben.
An knapp 60 Standorten bilde die Bundeswehr aktuell Ukrainer aus, so die „Zeit“. Auf dem Programm stehen Schießen, Tarnen, Erste Hilfe und andere Grundlagen, die auch jeder deutsche Rekrut erlernen muss. Insgesamt hätten seit 2022 rund 29.000 Ukrainer die Ausbildung in Deutschland absolviert. Doch nicht alle kehrten anschließend wieder nach Hause zurück. Gegenüber der Zeitung bestätigte das Verteidigungsministerium, dass sich ukrainische Soldaten „vereinzelt entfernt“ hätten. Eine bundesweite Zahl liege nicht vor. Dem Innenministerium in Sachsen-Anhalt sind ca. 80 Fälle aus dem Bundesland bekannt – die „Zeit“ berichtet konkret von einem Soldaten, der vom Truppenübungsplatz Altengrabow floh.
Nach ukrainischem Recht ist die Sache eindeutig: Wer sich unerlaubt von der Truppe entfernt, gilt als Deserteur. Im Falle einer Verurteilung drohen mehrere Jahre Gefängnis . Dass die Fahnenflüchtigen jemals auf der Anklagebank in Kiew landen, erscheint aber unwahrscheinlich. Zwar können die Ex-Soldaten kaum auf die vereinfachten Aufenthaltsregeln für ukrainische Kriegsflüchtlinge hoffen. Diese gelten ausdrücklich für Menschen, die durch Russlands Invasion vertrieben wurden – nicht für Soldaten, die zur Ausbildung nach Deutschland entsandt wurden.
Doch es gibt wohl eine Hintertür: Asyl. Dafür müssten die Betroffenen glaubhaft machen, dass ihnen bei einer Rückkehr in die Ukraine Gefahr für Leib und Leben oder politische Verfolgung droht. Die Chancen auf Anerkennung gelten zwar als gering – trotzdem kann sich das Verfahren für die Betroffenen lohnen. Ein Asylverfahren dauert meist rund ein Jahr, oft sogar deutlich länger. Laut „Zeit“ hoffen mutmaßlich Hunderte desertierte ukrainische Soldaten, auf diesem Weg in Deutschland bleiben zu können.
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