Novelle in Niedersachsen: Warum Reformpläne Denkmalschützer und Archäologen alarmieren
Einfacher und günstiger will die Landesregierung den Denkmalschutz machen.
Doch bei Experten stößt die Reform auf heftigen Widerstand.
Denkmalschützer und Archäologen warnen vor langfristigen Folgen.
Ob die Rundlingsdörfer im Wendland, alte Gulfhöfe in Ostfriesland, archäologische Funde der Varusschlacht in Kalkriese oder der Römerschlacht am Harzhorn: Niedersachsen hat eine reiche Landschaft an Bau- und Bodendenkmälern.
Doch der Schutz und Erhalt vieler Denkmäler gerät aus Sicht von Archäologen und Denkmalschützern nun durch eine geplante Änderung des Denkmalschutzgesetzes der Landesregierung in Gefahr.
Archäologen halten den Gesetzentwurf für praxisfern und bezeichnen ihn als „katastrophal für das Kulturerbe“.
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz rechnet mit „vermehrten Komplettverlusten“ in der Denkmallandschaft, sollte die Gesetzesänderung kommen.
Eine Online-Petition gegen die Reformpläne ist binnen weniger Tage von mehr als 10.000 Menschen unterzeichnet worden.
Die Landesregierung widerspricht den Befürchtungen. „ Kulturdenkmale bleiben selbstverständlich geschützt“, teilt das Kulturministerium auf dpa-Anfrage mit.
Ein Überblick, was genau geplant ist und warum es Sorgen gibt: Was regelt das Denkmalschutzgesetz (NDSchG)? Die Denkmalschutzgesetze der Länder regeln, wie Kulturdenkmäler geschützt, erhalten und gepflegt werden sollen.
Denkmäler können etwa historische oder architektonische Gebäude und Bauwerke sein.
Es gibt aber auch Bodendenkmale zu denen etwa archäologische Bodenfunde zählen.
Warum soll das Denkmalschutzgesetz reformiert werden? „Einfacher, schneller und günstiger“ soll der Denkmalschutz in Niedersachsen durch die Reform werden – das sagt Kulturminister Falko Mohrs (SPD).
Durch die Novelle sollen Kommunen handlungsfähiger, Verfahren einfacher und Bürokratie abgebaut werden.
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