Sprachfallen im Alltag: Soest mit ö? Wieso sind viele NRW-Ortsnamen so kompliziert?
Moers, Soest, Korschenbroich und Schaephuysen: Ortsnamen in NRW bringen nicht nur Auswärtige ins Grübeln.
Was Sprachforscher Georg Cornelissen über die richtige Aussprache verrät und was die ARD tut.
Moers am linken Niederrhein mit seinem Schloss, dem Haldenkunstwerk mit der Grubenlampe und der schönen Altstadt zieht jedes Jahr Touristen an.
Aber wie spricht man nur den Namen der Stadt aus: Mörs, Moors mit langem „o“ oder gar zweisilbig Mo-ers? Jedenfalls anders als das ebenfalls mit „oe“ geschriebene Coesfeld im Münsterland.
Uralte Namen und Anklänge ans Niederländische Die Ausspracheregeln der Ortsnamen in NRW bringen Auswärtige immer wieder ins Straucheln, da sie vielfach von den Ausspracheregeln des Hochdeutschen abweichen - stärker als in vielen anderen deutschen Regionen. „NRW zählt da zu den Spitzenreitern“, sagt der Bonner Sprachforscher Georg Cornelissen, der sich ein Leben lang mit diesen Fragen befasst hat.
Schwierig sind oft vor allem Orts- und Personennamen, weil sich in ihnen jahrhundertealte Sprachgewohnheiten konserviert haben, und Namen vom Niederrhein mit seiner Grenzlage zu den Niederlanden.
Bis ins 19.
Jahrhundert wurde rund um den grenznahen Altkreis Geldern in den Schulen noch Niederländisch unterrichtet und in der Kirche genauso gepredigt, erzählt Cornelissen.
So haben sich Ortsnamen mit niederländischem Anklang wie Schaephuysen (gesprochen etwa Schaphüsen) erhalten.
Eine ähnliche „uy“-Kombination findet sich ja auch im Namen des vom Niederrhein stammenden Künstlers Joseph Beuys.
Cornelissen hat einige Grundregeln parat, wie man peinliche Patzer bei der Ortsaussprache vermeiden kann.
Bei „ui“ und „oi“ ist fast alles klar Die größte Stadt am Niederrhein heißt Duisburg , und das wird mit „ü“ ausgesprochen - glasklar.
Das „ui“ dient nicht als Längenvokal, sondern als Umlautmarkierung, sagt der Wissenschaftler.
Fehlergefahren eher gering - auch nicht bei Duissern, Duisdorf, Gruiten oder Kerpen-Buir.
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