Organisierte Kriminalität: Brandanschläge auf Bestellung: Bericht einer Chefermittlerin
Standardisierte Tatortaufnahmen und Fahndungen: Eine Polizeibeamtin schildert ihren Alltag im Kampf gegen „Violence as a Service“.
Zu Hintermännern im Ausland äußert sich auch Hessens Innenminister.
Im Kampf gegen Gewalt auf Bestellung setzt Hessens Landeskriminalamt (LKA) auf mehr Ermittlungen zu den Hintermännern, um den Wachstumstrend umzudrehen - so wie bereits bei Attacken auf Geldautomaten. „Unser Ziel ist es, die Strukturen hinter „Violence as a Service“ (Gewalt als Dienstleistung) zu erhellen und zu zerschlagen, wie es schon bei den Sprengungen von Geldausgabeautomaten gelungen ist“, sagte die Chefermittlerin Uta Prenzel der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden.
Jene Form der Kriminalität ist in Hessen deutlich zurückgegangen - wohl wegen Ermittlungserfolgen sowie vorbeugenden Maßnahmen wie etwa Banknotenfärbe- und Vernebelungssystemen bei Geldautomaten.
Serie von Anschlägen im Rhein-Main-Gebiet Mutmaßlich „Violence as a Service“ mit Lohnversprechen für im Ausland rekrutierte Täter sorgte hingegen erst jüngst mit Sprengstoff- und Brandanschlägen im Rhein-Main-Gebiet wieder für Schlagzeilen.
Auch in Kassel gab es Brandattacken mit internationalen Bezügen - hier jedoch laut Polizei wohl eher nicht mit einer Rekrutierung unbekannter Straftäter.
Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) sagte der dpa: „Hessen hat bei den Geldautomatensprengungen gezeigt, wie man Organisierte Kriminalität wirksam bekämpft“.
Die Zahl der Sprengungen im Land sei von 61 im Jahr 2023 auf sechs im Jahr 2025 deutlich zurückgegangen.
2026 seien bisher ebenfalls sechs derartige Straftaten gezählt worden - allerdings in drei Fällen nur als Versuch und dreimal als Sprengung ohne Beute. „Dieser Erfolg ist das Ergebnis einer klaren Strategie, die auch bei der Bekämpfung von „Violence as a Service“ hilft“, fügte Poseck hinzu.
Diese Kriminalität richte sich meist „gezielt gegen Personen aus dem Umfeld der Organisierten Kriminalität selbst.
Es geht nicht darum, die Bevölkerung ins Visier zu nehmen“.
Dennoch blieben diese Straftaten etwa mit gezündeten Sprengsätzen gefährlich: „Die Täter nehmen in Kauf, dass Unbeteiligte zu Schaden kommen“.
Eine eigene Taskforce zu „Violence as a Service“ im LKA bilde eine schlagkräftige Struktur, „die operative, analytische und präventive Kompetenzen bündele.
Wir bleiben nicht bei den Tätern am unteren Ende der Kette stehen, sondern nehmen gezielt Auftraggeber, Rekrutierer und Logistiker ins Visier, denn dort liegt die eigentliche Bedrohung“, erläuterte Poseck.
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