Nord- und Südkorea: Nordkorea spottet trotz US-Annäherung über Südkorea und USA
Zwischen Nord- und Südkorea deutet sich auch nach der Verkürzung des gemeinsamen Militärmanövers zwischen Südkorea und den USA keine Entspannung an. Nordkoreas Führung griff den südlichen Bruderstaat verbal scharf an. Südkorea befinde sich in einer »erbärmlichen Lage«, weil es seine »Kriegsspiele« nicht mehr wie geplant weiterführen könne, sagte Kim Yo Jong, die Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un in einer von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA veröffentlichten Stellungnahme.
Das südkoreanische Militär bezeichnete Kim als »Marionettenarmee, deren Befehlsgewalt in den Händen der USA liegt«. Den südkoreanischen Präsidenten Lee Jae Myung beschuldigte sie, sich »doppelzüngig« zu verhalten.
Die harschen Kommentare kommen nach Gesten der Annäherung sowohl von südkoreanischer als auch US-amerikanischer Seite. Am Wochenende hatte US-Präsident Donald Trump angeordnet, das seit Montag laufende gemeinsame Militärmanöver mit Südkorea um die Hälfte zu reduzieren. Die Militärübung wirke »feindlich« auf Nordkorea , hatte Trump seinen Schritt begründet. Das Land habe sich während seiner Amtszeit »nicht bedrohlich und respektvoll« verhalten, hatte Trump gesagt. Mit Kim Jong-un habe er eine »sehr gute Beziehung«. Trump kündigte an, den nordkoreanischen Diktator noch in diesem Jahr treffen zu wollen.
Gestern hatte Nordkorea nach Angaben des südkoreanischen Militärs rund ein Dutzend ballistischer Kurzstreckenraketen abgefeuert, die eine Reichweite von etwa 300 Kilometern hatten. »Wenn die USA denken, sie könnten ihren jüngsten Schritt als ein Zeichen des sogenannten guten Willens propagieren, dann werden sie nicht die gewünschte Antwort bekommen«, sagte Kim Yo Jong auf Trumps Ankündigung der Verkürzung des Manövers.
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