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Deutlich mehr Sichtungen - Grüne Kannibalin breitet sich sprunghaft aus

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Deutlich mehr Sichtungen - Grüne Kannibalin breitet sich sprunghaft aus

Sie war in Deutschland mal eine Exotin. Doch inzwischen hat sich die Gottesanbeterin sprunghaft auch bei uns verbreitet. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) erfasst auf einem Online-Portal gesichtete Tiere und zählt seit Anfang Juli mehr als 15.000 Meldungen (Stand: Mitte August). „Das ist deutlich mehr als im gesamten letzten Jahr“, teilt der Nabu mit. Die steigenden Temperaturen des Klimawandels und der warme Spätsommer sorgen dafür, dass man sie jetzt vermehrt bei uns entdecken kann.

Zwar hat die Gottesanbeterin ziemlich bedrohlich aussehende Fangarme, und die Weibchen zeichnen sich durch ein giftiges Grün aus, aber sie sind für den Menschen nicht bedrohlich. Mit ihrem frei beweglichen, dreieckigen Kopf und den großen Augen kann sie perfekt auf Beutejagd gehen. Am liebsten frisst sie Spinnen, Wildbienen und Fliegen , aber auch ihre eigenen Artgenossen. Denn die Gottesanbeterinnen sind Kannibalen.

Die langbeinige Europäische Gottesanbeterin (Mantis religiosa) ist vor allem für ihr makaber anmutendes Paarungsverhalten berüchtigt: Demnach stirbt rund ein Drittel der Männchen unmittelbar nach der Paarung, weil das bis zu acht Zentimeter groß werdende Weibchen das rund zwei Zentimeter kleinere Männchen frisst. Ihre Geschlechtspartner suchen sie über Pheromone aus, die für den Menschen nicht wahrnehmbar sind.

Man kann sie in Deutschland theoretisch an jedem trockenen Gebüschrand finden. Aber auch in Weingebieten fühlt sie sich wohl. Falls Sie eine Gottesanbeterin in Ihrem Garten finden: keine Sorge. Sie tut niemandem etwas, freut sich aber über ihre blühenden Pflanzen und die Insekten, die diese anlocken. Wer sie in geschlossenen Räumen findet, macht ihr eine Freude, indem er sie in die Natur bringt.

Wer möchte, kann dem NABU|naturgucker melden, dass eine Gottesanbeterin entdeckt wurde, um die Ausbreitung zu dokumentieren.

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