Familiäres Krebsrisiko - Krebs kann in den Genen liegen
Die Mutter hatte Brustkrebs, der Vater Darmkrebs oder die Schwester erkrankte schon mit 40: Wie viel sagt die Krankheitsgeschichte der eigenen Familie über das persönliche Krebsrisiko aus? Tatsächlich kann sie wichtige Hinweise liefern.
Nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) sind schätzungsweise fünf bis zehn von 100 Krebserkrankungen erblich bedingt. Vererbt wird dabei nicht der Krebs selbst, sondern eine Veränderung im Erbgut, die das Risiko für bestimmte Krebsarten erhöhen kann.
Ein Warnsignal kann sein, wenn mehrere enge Verwandte an derselben Krebsart erkranken oder Krebs bereits in vergleichsweise jungen Jahren auftritt. Auch bestimmte Kombinationen können auffällig sein – beispielsweise wenn in einer Familie sowohl Brust- als auch Eierstockkrebs vorkommen. Fachleute schauen deshalb genau hin: Wer ist erkrankt? Um welche Krebsart geht es? Wie alt war die Person bei der Diagnose?
Wichtig ist dabei auch die väterliche Seite der Familie . Eine krebsfördernde Genveränderung kann sowohl von der Mutter als auch vom Vater weitergegeben werden. Wer seine Familiengeschichte zusammenträgt, sollte deshalb Krebsfälle auf beiden Seiten erfassen.
Mehrere Krebsfälle bedeuten allerdings nicht automatisch, dass ein „Krebs-Gen“ in der Familie steckt. Auch gemeinsame Risikofaktoren wie Rauchen oder Übergewicht können eine Rolle spielen – und manchmal treten Erkrankungen schlicht zufällig gehäuft auf.
Zu den bekanntesten erblichen Veränderungen gehören BRCA1 und BRCA2. Sie können vor allem das Risiko für Brust- und Eierstockkrebs deutlich erhöhen. Auch Männer können entsprechende Veränderungen tragen und weitervererben. Bei ihnen erhöhen bestimmte erbliche Veränderungen unter anderem das Risiko für Prostatakrebs .
Wer wegen seiner Familiengeschichte unsicher ist, sollte deshalb nicht einfach auf eigene Faust einen Gentest machen . Der erste Schritt kann ein Gespräch mit dem Haus- oder Facharzt sein. Bei einem begründeten Verdacht folgt eine genetische Beratung. Dort wird die Familiengeschichte genau erfasst und häufig ein Stammbaum mit den bekannten Krebserkrankungen erstellt. Erst danach wird geklärt, ob ein Gentest sinnvoll ist.
Wird tatsächlich eine erbliche Veranlagung entdeckt, bedeutet auch das nicht, dass man zwangsläufig Krebs bekommt. Das Wissen kann aber helfen, das persönliche Risiko besser einzuschätzen und geeignete Möglichkeiten zur Früherkennung oder Vorbeugung zu besprechen.
Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel? Hier können Sie uns schreiben. Haben Sie Fehler entdeckt? Möchten Sie etwas kritisieren? Dann schreiben Sie uns gerne!
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.bild.de — der Inhalt gehört Bild.