Jannik Sinner: Allerliebster Jannik
Italien ist nicht mehr die Fußballnation, die es mal war, dafür haben die Italiener jetzt den größten Mann im Tennis: Jannik Sinner. Maurizio Cattelan bat mich, über den Südtiroler zu schreiben. Zu seinem 25. Geburtstag (am 16. August) gratulierte der italienische Tennis- und Padelverband dem »allerliebsten Jannik« neulich mit den flammenden Worten: »Italien liebt dich und ist verrückt nach dir.«
Von Nicht-Italienern wird Sinner ja oft als »Maschine« bezeichnet, was ich ein bisschen befremdlich finde. Klar, er kriegt jeden noch so aberwitzigen Ball. Aber er hat auch etwas, das mich seltsam rührt, eine irgendwie schüchtern-unbeholfene Art. Sein ewiger Konkurrent Carlos Alcaraz wirkt immer so lässig wie der Klassenclown. Sinner hingegen scheint mir eher einer von der Sorte, die als Kind gern allein auf der Wiese mit Steinen gespielt hat. Ich weiß natürlich nicht, wie er wirklich ist. Ich habe nur schon so viele seiner Matches geschaut, dass ich inzwischen den Schmerz in meinem Knie spüre, wenn Sinner mit seinem Knie über den Platz schlittert (das übrigens gerade lädiert ist, weshalb er vielleicht nicht an den US Open teilnehmen wird). Wenn er mit seinen schlackernden Armen und Beinen über Sand oder Rasen rennt, um mal wieder einen unerreichbaren Ball zu erreichen, muss ich auch oft an unseren Golden Retriever Vitus denken, als der gerade ein Jahr alt war: in die Höhe geschossen und doch noch von der Tapsigkeit eines Welpen. Pardon, tapsig ist das falsche Wort für die Nummer eins der Weltrangliste (die, nebenbei bemerkt, auch schon mal unter Dopingverdacht stand).
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