Mobbing, Werbung nerven - Viele Jugendliche sind für Social-Media-Verbot
Überraschendes Ergebnis einer Umfrage der Techniker Krankenkasse (TK): 47 Prozent der befragten Zwölf- bis 17-Jährigen sprechen sich für ein Social-Media-Verbot bis zu einem bestimmten Alter aus. Als passende Grenze nennen sie im Durchschnitt 14 Jahre. Weitere acht Prozent gehen sogar noch weiter und unterstützen ein grundsätzliches Verbot für Kinder und Jugendliche. Trotz aller Kritik sehen die meisten Jugendlichen soziale Medien grundsätzlich positiv: 80 Prozent meinen, dass ihnen Instagram, TikTok und andere Plattformen eher gut oder sogar sehr gut tun.
Warum wünschen sich viele Jugendliche strengere Regeln? Die größten Ärgernisse sind laut Umfrage Werbung und Falschinformationen. 57 Prozent fühlen sich von Werbeinhalten genervt, 52 Prozent von Fakenews. Auch die eigene Bildschirmzeit wird zum Problem: Mehr als jeder Dritte gibt an, zu viel Zeit online zu verbringen. Hinzu kommen Mobbing, Beleidigungen und unangemessene Inhalte wie Gewaltdarstellungen. TK-Chef Jens Baas warnt deshalb vor einer einseitigen Betrachtung. Soziale Netzwerke seien wichtige Orte für Austausch und Information. Gleichzeitig gebe es dort aber auch Risiken wie Cybermobbing, Falschmeldungen und psychisch belastende Inhalte.
Besonders deutlich zeigt die Studie einen Zusammenhang zwischen langer Social-Media-Nutzung und dem Wohlbefinden. Fast die Hälfte der Jugendlichen, die täglich mindestens vier Stunden in sozialen Netzwerken verbringt, berichtet häufig von schlechter Laune. Bei Nutzern mit einer täglichen Online-Zeit von ein bis zwei Stunden liegt dieser Wert nur bei 20 Prozent. Auch Unsicherheit, Gereiztheit, Erschöpfung und Probleme mit dem Selbstbild treten bei intensiver Nutzung häufiger auf. Viele Jugendliche wünschen sich deshalb Unterstützung: Lernvideos über die Gefahren sozialer Medien, mehr Gespräche mit den Eltern, Ansprechpartner an Schulen oder spezielle Workshops stehen auf ihrer Wunschliste. Nur zwölf Prozent meinen, dass sie überhaupt keine Hilfe benötigen.
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