„Vereinbarungen gelten“: Versammlung im VW Werk Kassel: Betriebsrat pocht auf Zusagen
6.000 Teilnehmer, große Sorgen: Nach einer Betriebsversammlung bei VW in Kassel-Baunatal besteht der Betriebsrat auf Zusagen des Konzerns.
Es geht um Investitionen und Perspektiven für Tausende Jobs.
Das Ringen um tiefe Einschnitte bei Volkswagen sorgt für Aufruhr im VW-Werk Kassel -Baunatal.
Nach einer außerordentlichen Betriebsversammlung mit Tausenden Teilnehmern nahm der Betriebsrat das Management des Autobauers in die Pflicht. „Der Standort Kassel steht wirtschaftlich stark da, liefert gute Ergebnisse und hat seine vereinbarten Beiträge erbracht“, erklärte der Betriebsratsvorsitzende des VW-Werks Kassel, Carsten Büchling. „Deshalb erwarten wir, dass auch Volkswagen zu seinen Zusagen steht.“ Die im Tarifabschluss 2024 und in den Vereinbarungen für Kassel zugesagten Investitionen, Produkte und Beschäftigungsperspektiven gälten, sagte Büchling. „Verlässlichkeit und Vertragstreue sind keine Verhandlungsmasse.“ Bangen um Jobs und Standorte An der Betriebsversammlung, zu der laut Betriebsrat rund 6.000 Beschäftigte kamen, nahm auch Hessens Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori teil.
Er bekräftigte seine Unterstützung für den Standort, wo es eine Beschäftigungssicherung bis 2030 gebe, und kritisierte zugleich das VW -Management.
Dieses müsse eine Zukunftsvision vorlegen, die größer sei „als nur über den Abbau von Arbeitsplätzen und Werkschließungen zu diskutieren“, sagte der SPD-Politiker. „Es muss eine Idee geben, wie man VW in die Zukunft führen kann.“ Der kriselnde VW-Konzern ringt um ein großes Sparpaket.
Vorstandschef Oliver Blume will die Kosten deutlich senken und so Europas größten Autobauer wettbewerbsfähiger machen.
Er hatte im Frühjahr angekündigt, an einem neuen „Zielbild 2030“ für den Konzern zu arbeiten und den Sparkurs deutlich zu verschärfen.
Seitdem bangen Belegschaft, Gewerkschaften und Politik um zusätzlich bis zu 50.000 Jobs und die Standorte Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm.
Die Betriebsversammlung in Kassel- Baunatal reiht sich ein in eine Serie von Veranstaltungen, bei der das VW-Management in diesen Tagen vor die Belegschaft tritt.
Das Werk in Nordhessen mit etwa 15.000 Beschäftigten ist weltweit das größte Komponentenwerk im VW-Konzern und produziert unter anderem weite Teile des elektrischen Antriebsstrangs.
VW: „Wer sich nicht bewegt, spielt bald keine Rolle mehr“ VW-Technik-Vorstand Thomas Schmall rechtfertigte den Kurs des Managements.
Die Autobranche sei im Umbruch wie lange nicht, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.
Wer sich jetzt nicht bewege, werde bald keine Rolle mehr spielen - „ganz gleich, wie groß er einmal war“.
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