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NGO-Kampagne in Irland - Großeltern sollen vor Umarmung um Erlaubnis fragen

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NGO-Kampagne in Irland - Großeltern sollen vor Umarmung um Erlaubnis fragen

Dublin (Irland) – Dürfen Oma und Opa ihre Enkel noch in den Arm nehmen? Geht es nach einer staatlich unterstützten Kampagne der Nicht-Regierungsorganisation (NGO) „Dublin Rape Crisis Centre“ in Irland, dann nur mit ausdrücklicher „Zustimmung“. Ein Werbespot hat jetzt für heftige Proteste aus Politik und Bevölkerung gesorgt.

In dem 25-Sekunden-Video der Kampagne „We-Consent“ ist dabei ein Mädchen zu sehen, das sichtlich angewidert wirkt, als seine Großeltern es umarmen wollen. Dazu wird die Botschaft eingeblendet: „Nicht jeder möchte eine Umarmung. Auch nicht von Menschen, die ihn lieben.“ Und weiter: „Merkwürdig? Vielleicht. Wichtig? Absolut.“

Bei vielen Iren traf der Werbe-Clip auf Unverständnis. Der konservative Politiker Peadar Tóibín (52) nannte den Spot „bonkers“ (zu dt. „völlig verrückt“). Seine Kritik: Damit werde Kindern der Gedanke eingepflanzt, die Umarmung eines Großelternteils könne etwas „Heimtückisches“ oder „Verdächtiges“ sein. Der Staat schulde den Großeltern eine Entschuldigung. Die irische Kommunalpolitikerin Lorraine Hall verteidigte dagegen auf „X“ die Kampagne. Sie sei „peinlich berührt“ von allen, die die Botschaft falsch verstünden. Der Clip sei sehr „erfolgreiche Werbung“. Tatsächlich sammelte das Video mehr als eine Million Aufrufe – die meisten Reaktionen waren allerdings ablehnend.

Finanziell unterstützt wird das Programm vom irischen Justizministerium. Das Ministerium betont allerdings laut „The Journal“, dass der umstrittene Spot keine Werbekampagne der Regierung gewesen sei. Auch der irische Justizminister Jim O’Callaghan (58) schoss am Donnerstag gegen die Werbung. Sie sei „sowohl unangemessen als auch erniedrigend gegenüber Großeltern“. Mittlerweile hat „We-Consent“ den Werbeclip offline genommen.

„We-Consent“ will nach eigenen Angaben über Zustimmung aufklären und wirbt dafür, diese in „allen Situationen und allen Beziehungen“ zu respektieren. Die Initiative erklärt, dass Zustimmung auch Kindern altersgerecht vermittelt werden solle.

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