Hamburg: Neues Zuhause für evakuierte Hausgemeinschaft an der Holstenstraße 195/197
Die Mieter des einsturzgefährdeten und deshalb teilweise abgerissenen Wohnhauses an der Hamburger Holstenstraße können geschlossen in ein neues Gebäude ziehen. Das teilte das Bezirksamt Altona mit. Der Altonaer Spar- und Bauverein eG (altoba) stelle ein leer stehendes Haus zur Verfügung, das eigentlich für einen Neubau abgerissen werden soll.
Die neue Unterkunft liegt weniger als einen Kilometer von dem betroffenen Gebäude entfernt in der Chemnitzstraße. »Auf unsere Bitte werden die geplanten Arbeiten verschoben und so eine Unterbringung für bis zu zwei Jahre ermöglicht«, erklärte Bezirksamtsleiter Sebastian Kloth. Die Hausgemeinschaft habe sich den Ort bereits ansehen können und freue sich, dass sie zusammenbleiben könne. Laut Kloth könnten die ersten Betroffenen im Laufe des Septembers einziehen.
Die Mieterinnen und Mieter hatten ihr Haus an der Holstenstraße 195/197 Ende Juli sofort verlassen müssen und durften nicht zurückkehren. An tragenden Teilen des Gebäudes aus dem Jahr 1894 waren Risse entdeckt worden. Am 11. August begannen die Abrissarbeiten an der Hausrückseite. Die Bewohner verloren dabei nicht nur ihr Zuhause, sondern auch viele Habseligkeiten. Sie konnten später nur einzelne Stücke aus dem Bauschutt klauben.
10 Min Zur Merkliste hinzufügen Evakuiertes Haus in Hamburg: »Da ist man erst mal in einer Paniksituation« 2 Min Zur Merkliste hinzufügen 2 Min Zur Merkliste hinzufügen Seitdem leben die betroffenen Menschen in Übergangslösungen. Kloth zufolge bestehe für die Bewohner der ebenfalls evakuierten Nachbarhäuser die Hoffnung, in ihre Wohnungen zurückkehren zu können – anders als im Fall der Holstenstraße 195/197. Statiker würden die Lage vor Ort nun erneut bewerten und unter anderem entscheiden, ob und wann die angrenzenden Gebäude wieder genutzt werden können.
Über Jahre beobachteten Mieter und Nachbarn Mängel an der Holstenstraße 195/197. Warum wurde das Haus erst geräumt, als es fast zu spät war? Lesen Sie hier eine Recherche zu den Problemen vor Ort .
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