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Personalsorgen in der Logistik: Der Mangel an Lkw-Fahrern bedroht unsere Sicherheit

Frankfurter Allgemeine Zeitung ·
Personalsorgen in der Logistik: Der Mangel an Lkw-Fahrern bedroht unsere Sicherheit

Das Niedrigwasser auf dem Rhein legte auch die Engpässe im Lkw-Transport offen. Bei der Frage nach Ersatztransporten durch Lastwagen anstelle der großen Rheinschiffe ging es weniger um die Verfügbarkeit von Lastwagen, sondern um den Mangel an Fahrern.

Die Lücke wird derzeit vom Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) auf etwa 120.000 Fahrer geschätzt, und sie wird größer werden. Denn rund 40 Prozent der Fahrer sind mindestens 55 Jahre alt. Jedes Jahr gehen mehr als 30.000 in Rente, die Zahl der Neuzugänge wird auf 15.000 beziffert.

Ein Teil der immer größeren Lücke auf dem Arbeitsmarkt für Berufskraftfahrer wird schon jetzt durch Arbeitskräfte gedeckt, die aus dem Ausland stammen. Das Statistische Bundesamt bezifferte ihren Anteil in Deutschland zuletzt auf 37 Prozent. Die Lücke im Angebot an Transportleistungen deutscher Unternehmen wird offenbar durch europäische Anbieter geschlossen, die immer mehr Leistungen in Deutschland übernehmen, auch mit alten Lkw und unterbezahlten Fahrern. Offiziell erlaubt ist den Ausländern nach einer grenzüberschreitenden Tour, dass sie in sieben Tagen drei Transportaufgaben innerhalb Deutschlands übernehmen, bevor sie wieder ins Ursprungsland zurückmüssen. Doch an die Regeln halten sich offenbar viele Anbieter nicht, oder umgekehrt: Illegale Leistungen schließen die Lücken, manchmal zu Dumpingpreisen.

Ein resilientes System der Logistik müsste anders aussehen. Das Problem reicht bis in die Verteidigungspolitik: Wenn Deutschland unabhängiger sein will in seinen Verteidigungsfähigkeiten, ist eine Voraussetzung, dass die Logistik im Land nicht auf Transporteure und Fahrer etwa aus Polen angewiesen ist.

Falls tatsächlich nicht nur weiter über das Problem geklagt wird, sondern etwas Konkretes getan werden soll, gibt es viele neue Ansätze, beginnend bei der Verteidigung: Die Bundeswehr wäre eine Institution, die noch mehr als in der Vergangenheit auch die Ausbildung für den Lkw-Führerschein bieten sollte – das kann in den Augen mancher auch die Attraktivität des Wehrdienstes steigern.

Zur Besetzung von Arbeitsplätzen für Lastwagenfahrer wird schon in aller Welt um interessierte Einwanderer geworben, die dann in Deutschland ausgebildet werden können. Schneller zum Ziel hilft eventuell ein Weg, den EU-Länder wie Polen gehen. Die nutzen EU-Regeln sowie internationale Abkommen und schreiben Lkw-Führerscheine aus Kasachstan, Kirgisistan und Usbekistan in polnische Dokumente um. Deutschland lehnt diese Praxis ab, doch die asiatischen Fahrer fahren dann ohnehin auf deutschen Autobahnen, eben auf polnischen Fahrzeugen und zu polnischen Löhnen. Wie Proteste an deutschen Raststätten zeigten, wurden sie manchmal gar nicht bezahlt. In Deutschland würden Tariflöhne geboten.

Für tiefgreifende Verbesserungen der Lage sind auch strukturelle Änderungen nötig. Mittelfristig könnte auch autonomes Fahren der Lkw helfen, zumindest für Lieferverkehr auf immer gleichen Strecken, etwa zwischen zwei Fabriken.

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5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.faz.net — der Inhalt gehört Frankfurter Allgemeine Zeitung.

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