BILD beim Auftakt in Paris - Nach sechs Jahren! Célines Konzert-Comeback
Paris (Frankreich) – An diesem Samstagabend schlägt das Herz der Stadt der Liebe für einen kanadischen Superstar. Neun Millionen Menschen versuchten, Tickets für die Rückkehr von Céline Dion (58) zu bekommen. Über 30.000 Fans erleben nun in der Plenitude Arena den Moment, von dem lange niemand wusste, ob er je kommen würde: Nach sechs Jahren kann Céline Dion wieder ein ganzes Konzert geben. Und es soll nur der Anfang sein: 25 weitere Auftritte folgen bis zum Mai 2027.
Kurz vor Konzertbeginn ist die Stimmung bereits ausgelassen. La-Ola-Wellen gehen durch die Arena. Als die Sängerin mit etwas Verspätung um 20:49 Uhr die Bühne betritt, ist das mehr als ein Comeback. Es ist eine Rückkehr in ihr Leben. In das Leben, das sie seit ihrer Kindheit kennt. Sie atmet tief durch, schüttelt den Kopf und ist gerührt. Der erste Song des Abends: „On Ne Change Pas“. Mehr als 30.000 Menschen singen live mit. Danach bricht Dion kurz in Tränen aus.
„Ich habe ein Versprechen gegeben, zurückzukommen und wieder auf der Bühne zu singen“, ruft sie ihren Fans zu. „Ich bin das, was ich bin, weil ihr mich liebt.“ Dann spielt sie den Song „Because You Loved Me“. Ihr bewegender erster Auftritt zeigt: Céline Dion steht wieder dort, wo sie hingehört. Auf der Bühne, die sie jahrzehntelang so beherrschte wie kaum jemand sonst – allein mit ihrer Stimme. Und die ihr sechs Jahre lang so schmerzlich fehlte.
Ende August kam Dion in Paris an, um sich auf die Konzertreihe vorzubereiten. Seitdem warten jeden Tag Hunderte Menschen vor dem Royal Monceau, ihrem Hotel nahe dem Triumphbogen. Manche stehen stundenlang hinter den Absperrungen, andere bleiben bis tief in die Nacht.
Sie kommen mit Schallplatten, Fotos und Plakaten. Sie singen ihre Lieder, tanzen auf der Straße und hoffen auf wenige Sekunden mit ihrem Idol. Und Céline Dion scheint dieses Wiedersehen so sehr zu genießen wie ihre Fans. Immer wieder machte sie den Eingang ihres Hotels zur kleinen Bühne. Nach fast jeder Probe nahm sie sich Zeit für die Menschen, die auf sie gewartet hatten. Gleichzeitig hält sie Abstand und spart ihre Kräfte. Nichts soll die Auftritte gefährden, auf die sie so lange hingearbeitet hat.
Céline leidet am seltenen Stiff-Person-Syndrom, einer unheilbaren neurologischen Autoimmunerkrankung. Sie verursacht Muskelversteifungen und heftige Krämpfe – und kann auch jene Muskeln beeinträchtigen, die Dion zum Singen braucht.
Im März 2020 hatte sie ihr bislang letztes vollständiges Konzert gegeben. 2022 machte sie ihre Diagnose öffentlich, 2023 sagte sie ihre restliche Tournee ab. In ihrer Dokumentation „Ich bin: Céline Dion“ zeigte sie später schonungslos, wie die Krankheit ihren Körper kontrollieren kann. Es folgten Medikamente, Immuntherapie, Physiotherapie, Stimmtraining, Pilates und Ballett.
Schon viele Jahre vor ihrer Diagnose kämpfte sie mit Symptomen. Gegenüber „Harper’s Bazaar“ erzählte Dion, dass sie 17 Jahre lang nicht wusste, was mit ihrem Körper geschah. Durch die erzwungenen Konzertabsagen fühlte sie sich „verrückt, unzuverlässig und orientierungslos“.
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