Literatur: Ines Geipel erhält Geschwister-Scholl-Preis
Um Deutschlands Erinnerungskultur wird wieder gerungen.
Nun erhält eine Autorin den renommierten Preis - für ein Werk über das KZ Buchenwald als politischen Erinnerungsraum.
Ines Geipel , Autorin des Buches „Landschaft ohne Zeugen.
Buchenwald und der Riss der Erinnerung“, erhält dafür den Geschwister-Scholl-Preis 2026.
Die Jury lobte besonders die Verbindung von historischer Genauigkeit, geistiger Unabhängigkeit und verantwortlichem Urteil.
Der Landesverband Bayern des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels sowie die bayerische Landeshauptstadt München wollen Geipel den mit 10.000 Euro dotierten Preis nach eigenen Angaben am 24.
November verleihen. „ Buchenwald ist ein historischer Ort und ein politischer Erinnerungsraum“, erläuterte die Jury.
In ihrem im S.
Fischer-Verlag erschienenen Werk untersuche Geipel, „wie sich über die Geschichte des Lagers Deutungen gelegt haben, die bis heute bestimmen, was sichtbar wird, was erinnert werden kann und was aus dem Gedächtnis verschwindet“.
Das Buch gewinne seine Überzeugungskraft aus der Nähe zum Material. „Archive, Dokumente und Biografien öffnen einen Blick auf jene Brüche, die politische Erinnerungserzählungen geschlossen erscheinen lassen.“ Geipel wurde 1960 in Dresden geboren.
Mit 14 kam sie ins Schulinternat im Thüringer Wald.
Sie war in der DDR Leistungssportlerin und Mitglied der Nationalmannschaft.
Die Weitspringerin und Sprinterin fiel allerdings nach einem geplanten Fluchtversuch 1985 in Ungnade, musste die Sportkarriere beenden - und studierte in Jena Germanistik.
1996 erschien ihr erstes Buch.
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