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Meinung: Warum das Drama um Friedrich Merz ein sehr deutsches Drama ist

Stern ·
Meinung: Warum das Drama um Friedrich Merz ein sehr deutsches Drama ist

Der Kanzler wirkt zu oft wie einer, der in Sommerkleidung auf einen Achttausender steigen möchte.

Doch Merz' Scheitern hat nicht nur mit ihm zu tun, sondern auch mit uns.

Macht macht einsam, das glaubten wir schon länger zu wissen.

Doch dann kam Friedrich Merz, und diese Machtgleichung erhielt eine neue Dimension.

Einsamer als er stand vielleicht noch nie ein deutscher Spitzenpolitiker da, am Wahlabend, aber auch am Tag danach und wohl täglich nun im Kanzleramt.

Wenn dort die „Todeszone“ der Politik verläuft, wie Joschka Fischer sie einmal nannte, muss man für Merz konstatieren: Er kommt mir vor wie jemand, der einen Achttausender zu besteigen versucht und dem nicht nur das Atemgerät, sondern gleich seine ganze Ausrüstung abhandengekommen ist.

Es ist vermutlich mittlerweile gleich, ob Merz eine Schonfrist bis zur Wahl in Nordrhein-Westfalen bekommt, ob Ministerpräsidenten weitere Solidaritätsadressen verfassen, ohne ihn beim Namen zu nennen.

Ob er nun betonen wird, sich für das Land aufzuopfern, indem er unpopuläre Reformen durchzieht, und nicht mehr erwartet, ein beliebter oder gar ein wiedergewählter Kanzler zu werden.

Friedrich Merz ist hochgradig unprofessionell Denn wie unausweichlich erscheint das Verdikt: Merz wird es nicht mehr schaffen; seine Kanzlerschaft wird als Irrtum in die Geschäftsbücher eingehen.

Der Sauerländer dürfte nicht nur ein Kapitel als unbeliebtester Regierungschef aller Zeiten erhalten, auch der Zerfall der einst stolzen Volkspartei CDU dürfte darin vorkommen.

Vieles an diesem Drama ist hausgemacht.

Merz wirkt zu oft wie einer, der in Sommerkleidung auf besagten Achttausender steigen möchte.

Es wäre gar nicht so schlimm, wäre er nur unpopulär.

Doch er ist dazu hochgradig unprofessionell: schlecht vorbereitet, herrisch, unfähig in der Kommunikation, überfordert im politischen Handwerk.

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