Medienberichte - CIA-Chef warnte Russland vor Angriff auf die Nato
Washington/Moskau – Jetzt wird klar, was hinter der geheimnisvollen Moskau-Reise von Donald Trumps CIA-Chef steckte: John Ratcliffe (60) sollte Russland vor einer Eskalation gegen NATO-Staaten warnen – vor allem gegen Estland, Lettland und Litauen! Das berichten mehrere US-Medien unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Ratcliffe war am Dienstag überraschend nach Moskau gereist und hatte sich dort nur wenige Stunden aufgehalten.
Laut „Politico“ (gehört wie BILD zu Axel Springer) bestand der Hauptzweck seiner Gespräche darin, Russland vor „eskalierenden Handlungen gegen die baltischen Staaten“ zu warnen.
Brisant: Die Reise kommt in einer Phase, in der die Sorge vor einem russischen Test der NATO wächst. US-Geheimdienste halten es für möglich, dass Kreml-Chef Wladimir Putin mit begrenzten Aktionen prüfen könnte, wie geschlossen das Bündnis reagiert und ob die USA tatsächlich bereit sind, ihre Verbündeten zu verteidigen.
Dabei muss es nicht sofort um einen großen russischen Angriff gehen. Denkbar sind nach amerikanischen Einschätzungen auch Cyberattacken, hybride Aktionen oder andere Operationen unterhalb der Schwelle eines klassischen Krieges.
Russland setzt solche Mittel seit Jahren gegen westliche Staaten ein. Zuletzt sorgten unter anderem Drohnenvorfälle, Cyberangriffe und mutmaßliche Sabotageaktionen in Europa für wachsende Nervosität.
Doch das Baltikum war offenbar nicht das einzige Thema. Ratcliffe habe Moskau außerdem gedrängt, seine militärische und wirtschaftliche Unterstützung für den Iran zurückzufahren, berichtet „Politico“. Nach Angaben eines britischen Regierungsvertreters habe der CIA-Chef Russland aufgefordert, keine Waffen und Verteidigungstechnologie mehr an Teheran weiterzugeben. Zugleich habe er Moskau geraten, nicht „überzureagieren“, sollte Russland von neuen US-Sanktionen wegen seiner Iran-Geschäfte getroffen werden.
CBS News berichtet außerdem, Ratcliffe habe vor weiteren Sanktionen gewarnt, falls die Straße von Hormus nicht wieder für den internationalen Schiffsverkehr geöffnet werde. Russland und Iran arbeiten seit Jahren militärisch eng zusammen. Moskau soll unter anderem Material zur Stärkung des iranischen Drohnenarsenals geliefert haben.
US-Präsident Donald Trump bestätigte Ratcliffes Reise später selbst – widersprach aber der Darstellung, sein CIA-Chef sei wegen einer möglichen russischen Bedrohung der NATO oder wegen des Iran nach Moskau gereist. Trump bezeichnete den Besuch in einem Radiointerview als „Semi-Routine“ und sagte, es sei darum gegangen, Fortschritte bei einem Ende des Ukraine-Kriegs zu erzielen.
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