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Deutschland

Hockey-Bundestrainer im Interview - Unsere WM-Helden waren zu platt zum Feiern!

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Hockey-Bundestrainer im Interview - Unsere WM-Helden waren zu platt zum Feiern!

Die neu formierte Hockeynationalmannschaft wird überraschend Weltmeister. Nationaltrainer André Henning erklärt seinen Führungsstil und was der Fußball und die Wirtschaft lernen können.

Deutschland ist Hockey-Weltmeister. Die neu formierte Mannschaft von Bundestrainer André Henning spielt ein überragendes Turnier und besiegt im Finale Spanien mit 1:0.

Die Spieler hatten direkt nach dem Spiel kaum mehr Kraft, um den WM-Titel zu feiern. Wie intensiv waren die vergangenen Wochen?

André Henning: „Es war auf allen Ebenen sehr anstrengend. Es war ein langes Turnier über zwei Wochen. Dazu sind wir schon eine Woche vorher hier gewesen. Durch die neue Turnierform hatten wir im ersten Block fünf Spiele in neun Tagen. Und wegen des neuen Formats war gefühlt jede Partie ein K.o.-Spiel.“

Henning: „Ja, du musstest fast immer gewinnen, um weiterzukommen. Das ist eine Stärke dieser Mannschaft – Performance unter Druck. Die beiden Spiele, bei denen wir nicht so viel Druck hatten, waren wir auch nicht so toll. Aber in den Spielen, wo wir richtig Druck hatten, waren wir auch richtig gut. Wenn es darauf ankam, haben wir Bestleistungen gezeigt. Das hat uns mental und körperlich extrem gefordert.“

Henning: „Das versuchen wir seit dem ersten Tag, seit ich Bundestrainer bin. Wir schauen natürlich, welche Persönlichkeiten wir haben, und versuchen zu antizipieren, wie deren Verhalten unter Druck ist. Aber es ist natürlich nicht nur der Einzelne, sondern das System entscheidend. Wir haben es geschafft, vom Ich zum Wir zu gehen. Jeder Einzelne hat auf das System eingezahlt. Wir haben den Spielern die Gelegenheit gegeben, dass sie als Team stark sind. Ich bin der Meinung, dass das definitiv trainierbar ist. Das ist kein Zufall. Wir haben durch Vorarbeit Pläne in der Tasche, wie das Team unter Druck agiert.“

Henning: „Die allgemeine Meinung war, dass es schon ziemlich gut gewesen wäre, wenn wir die Vorrunde überstanden hätten. Und plötzlich hat das eine Dynamik genommen, weil wir als Team so zusammengewachsen sind. Wir kennen uns ja zum Teil noch gar nicht so lange, weil so viele Neue dabei sind. Wir haben gerade erst den Umbruch gestartet.“

Henning: „Das ist sehr komplex. Es hängt immer davon ab, wer gerade mit wem zusammen ist. Wir lassen unsere Spieler sich gegenseitig Rollen geben. Als Hockeyspieler, aber auch als Persönlichkeiten. So können wir etwa die Fragen beantworten: Was brauche ich, wenn wir zehn Minuten vor Schluss 0:1 hinten liegen? Welches Verhalten von dir ist hilfreich? Was stabilisiert uns und mich und was reißt uns eher auseinander? Es gibt Teams, die kurz vor Schluss unter dem größten Druck auseinanderbrechen. Und manche bleiben zusammen.“

Henning: „Wir sind in den vergangenen Wochen sehr eng zusammengerückt. Auch deswegen konnten wir dem Druck im Halbfinale gegen Argentinien und im Endspiel gegen Spanien standhalten.“

Ist Führung und Teambuilding in einer Nationalmannschaft wichtiger als das sportliche Training?

Henning: „Nein, es geht natürlich auch viel darum, taktische Systeme einzustudieren und eine gemeinsame Spielidee zu entwickeln.“

Henning: „Natürlich gemeinsam. Ich stehe ja nicht auf dem Platz, sondern die Spieler.

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