USA: Protest und Zerstörungswut gegen Flock-Kameras
Angst vor Überwachung in den USA Protest und Zerstörungswut gegen Überwachungskameras Stand: 17.08.2026 • 09:58 Uhr
Zehntausende Kameras einer privaten Firma in fast allen US-Bundesstaaten ziehen das Misstrauen vieler Bürger auf sich. Der teils vehemente Protest gegen die Kameras der Firma Flock eint die politischen Lager.
Es gibt in den USA kaum ein Thema, bei dem die politischen Lager nicht übereinander herfallen. Umso erstaunlicher ist es, wo sie sich gerade begegnen: an einem Mast am Straßenrand.
Dort hängt ein schwarzer Kasten, kaum größer als eine Kaffeetasse, darüber ein Solarpanel. Wer vorbeifährt, wird fotografiert: Kennzeichen, Marke, Farbe. Selbst Aufkleber und Dellen werden erfasst. Alles landet in einer Datenbank, in der die Polizei suchen kann, landesweit und in Echtzeit.
Wird ein Wagen in Texas als gestohlen gemeldet, kommt sein Kennzeichen auf eine Fahndungsliste des FBI. Fährt er zwei Bundesstaaten weiter an einer dieser Kameras vorbei, geht dort sofort ein Alarm raus. Bei einer Dienststelle, die von dem Diebstahl ansonsten nie gehört hätte. In den USA gibt es rund 18.000 Polizeibehörden, die untereinander kaum Daten teilen. Diese Lücke schließt das System.
Eine von zehntausenden Flock-Kameras. Manche werden inzwischen zertrümmert, andere durch Protestaktionen an der Datenaufnahme gehindert.
Gebaut werden die Geräte von Flock Safety aus Atlanta. Nach Unternehmensangaben stehen mehr als 120.000 Kameras in allen Bundesstaaten außer Alaska, bei mehr als 6.000 Kunden - vor allem Polizeibehörden.
Gemietet wird im Abo, Sicherheit als Dienstleistung. Und das Geschäft läuft: 2022 war die Firma 3,5 Milliarden US-Dollar wert, heute 8,4 Milliarden. Ein Riese ist sie damit nicht, der Konkurrent Axon Enterprise wird an der Börse mit rund 40 Milliarden bewertet. Der Markt für Kennzeichenerfassung wächst.
Wer im Flock-System nach einem Auto sucht, muss einen Grund angeben. Ein Freitextfeld, mehr nicht. Oft steht dort ein einziges Wort. Die Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation hat diese Begründungen ausgewertet: mehr als zwölf Millionen Suchanfragen von mehr als 3.900 Behörden, erstritten per Auskunftsrecht. Was dort steht, ist der eigentliche Sprengstoff.
In Texas tippte ein Beamter ein, er suche eine Frau, die abgetrieben habe. Seine Anfrage lief über 83.345 Kameras - praktisch das halbe Land, wegen einer einzigen Person. Das Sheriff-Büro erklärte später, man habe sie aus Sorge um ihr Leben gesucht.
Mehr als 50 Behörden fragten nach Autos von Demonstranten. Eine texanische Polizeibehörde gab als Grund schlicht "Kings Day Protest" an, also den Protest gegen autoritäre Bestrebungen der Trump-Administration unter der Devise "No Kings" - keine Könige. Mehr als 80 Behörden durchsuchten das Netz mit Schimpfwörtern für Roma - ohne eine Straftat zu nennen.
Aus Protest gegen die Politik von Trump sind in den USA landesweit Menschen auf die Straße gegangen. mehr
Zu den kursierenden Vorwürfen - Massenüberwachung, Datenmissbrauch, keine richterliche Kontrolle - wollte sich Flock auf ARD -Anfrage nicht äußern.
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.tagesschau.de — der Inhalt gehört Tagesschau Ausland.