Gaspreise: Vergleichsportal warnt vor weiter steigenden Gaspreisen
Das Vergleichsportal Verivox rechnet mit einem weiteren deutlichen Anstieg der Gaspreise für private Haushalte. »Aufgrund der aktuell stark angestiegenen Großhandelspreise für Gas, dem geringen Füllstand der Gasspeicher in Deutschland und dem kommenden Winter erwarten wir einen Anstieg der Gaspreise für Haushalte«, sagte Verivox-Energieexperte Thorsten Storck der Rheinischen Post . Grund dafür sei der Irankrieg.
Die Neukundenpreise für Gas würden die Großhandelspreise besonders schnell abbilden und seien seit Februar um über ein Drittel angestiegen, sagte Storck weiter. »Die Bestandskundentarife reagieren langsamer auf die Preisentwicklungen, werden aber früher oder später ebenfalls steigen. Beim aktuellen Preisniveau sind Preiserhöhungen zwischen zehn und 20 Prozent zum Jahreswechsel möglich.«
Malte Küper, Energieexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), sagte der Zeitung, Deutschland sei »besonders anfällig für Preisschocks, weil seine Wirtschaft stärker als die vieler anderer Länder von Erdgas abhängt«. Zudem seien Deutschland und die EU »nahezu vollständig auf Gasimporte angewiesen«.
Der Großhandelspreis in Europa ist nach gegenseitigen Angriffen der USA und des Iran in dieser Woche auf den höchsten Wert seit mehr als dreieinhalb Jahren gestiegen. Erstmals seit Ende 2022 stieg der richtungsweisende Erdgas-Terminkontrakt TTF am Mittwoch zur Lieferung in einem Monat an der Börse in Amsterdam bis auf 79,11 Euro je Megawattstunde (MWh). Zuletzt kostete er 78,64 Euro. Das waren 1,22 Prozent mehr als am Vortag.
Hintergrund sind neben der Furcht vor Lieferunterbrechungen und den Drohungen von US-Präsident Donald Trump die ohnehin niedrigen Füllstände der europäischen Gasspeicher . Diese sind nach Daten von Gas Infrastructure Europe derzeit nur zu rund 65 Prozent gefüllt. Das sei der niedrigste Stand für diese Jahreszeit seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2011 und gut zwölf Prozentpunkte unter dem Niveau des Vorjahres.
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