Mann in U-Haft: Kinderheim-Mitarbeiter soll Bub missbraucht haben - Suizid
Ein Mitarbeiter eines oberfränkischen Kinderheims kommt wegen Missbrauchsverdacht in U-Haft.
Fünf Monate später ist der Mann tot - unmittelbar nach der Anklageerhebung.
Ein leitender Mitarbeiter eines Kinderheims in Wunsiedel soll sich einen Tag nach der Anklage gegen ihn wegen Kindesmissbrauchs und Vergewaltigung im Gefängnis das Leben genommen haben.
Das teilten das Polizeipräsidium Oberfranken und die Staatsanwaltschaft Hof mit.
Hinweise auf Fremdeinwirkung gebe es nicht.
Der 49-Jährige hatte seit Anfang März in Untersuchungshaft gesessen.
Er sei am Dienstagabend bei einem Kontrollgang tot in seiner Haftzelle in der Justizvollzugsanstalt Hof gefunden worden.
In der Anklage zum Landgericht Hof vom Montag, die ihm laut Staatsanwaltschaft noch nicht zugestellt worden war, werden dem Mann mehrere Delikte nach dem Sexualstrafrecht vorgeworfen.
Darunter sind der mehrfache, schwere, sexuelle Missbrauch und die Vergewaltigung eines Jungen sowie der Besitz und das Herstellen kinderpornografischer Inhalte.
Mann galt zeitweise als suizidgefährdet Der 49-Jährige war den Ermittlern zufolge zeitweise als suizidgefährdet eingestuft, entsprechende Maßnahmen seien in der JVA erfolgt.
Hinweise auf ein Verschulden der Gefängnismitarbeiter gibt es nach Worten von Oberstaatsanwalt Andreas Cantzler nicht. Übergriffe wohl nicht im Heim Nach Angaben der Ermittler sollen sich die mutmaßlichen Taten nicht im Kinderheim abgespielt haben, sondern am Wohnort des Mannes in Hof.
Die Mutter des mutmaßlichen Opfers, das zur Tatzeit zwischen sieben und neun Jahre alt gewesen sein soll, hatte im Herbst 2025 Anzeige gegen den Verdächtigen erstattet.
Der Mann war in leitender Position im Kinderheim beschäftigt.
Die mutmaßlichen Missbrauchstaten soll er zwischen 2023 und 2025 begangen haben.
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