Mutmaßliche Kindsmörderin: Umstrittenes Jury-Mitglied im Fall Clancy verteidigt seine Blockade
Wegen eines Jury-Mitglieds platzte der Prozess gegen die mutmaßliche Kindsmörderin Lindsay Clancy.
Nach großen Kontroversen äußert sich der Mann erstmals öffentlich.
Wochenlang bewegte der Fall Lindsay Clancy die US‑amerikanische Öffentlichkeit und schlug auch Wellen über die USA hinaus.
Clancy hatte vor Gericht zugegeben, ihre drei Kinder getötet zu haben, laut ihrer Verteidigung litt sie bei der Tat aber unter einer sogenannten Wochenbettpsychose und war damit schuldunfähig.
Zu einem Urteil kam es nicht – der Prozess platzte, weil sich die zwölfköpfige Jury auch nach siebentägigen Beratungen nicht einigen konnte.
Letztlich blockierte ein Geschworener die Entscheidungsfindung, indem er den anderen elf Jury-Mitgliedern nicht zustimmen wollte, die Clancy offenbar für schuldunfähig erklären wollten.
Da eine Entscheidung nur einstimmig möglich ist, erklärte der Richter den Prozess für gescheitert.
Geschworener im Prozess gegen Lindsay Clancy: „Ich hatte keine Zweifel“ Michael P.
Desronvil, das Jury-Mitglied, das den Prozess zum Platzen brachte, hat sich erstmals öffentlich dazu geäußert und seine Haltung verteidigt. „Ich hatte keine Zweifel“, sagte er dem US-Portal „News Nation“.
Er habe während der Beratungen immer wieder versucht, verschiedene mögliche Theorien zu erläutern, sei dabei aber von anderen Geschworenen unterbrochen worden.
Der 48-Jährige zeigte sich überzeugt davon, dass Clancy schuldfähig gewesen sei.
Die physischen Beweise, die Aussagen der Hauptzeugen und die Argumentation der Staatsanwaltschaft halte er „für ausreichend, um zu beweisen, dass sie genau wusste, was sie tat und plante“.
Desronvils Position hatte zu einem Zerwürfnis innerhalb der Jury geführt.
Die Sprecherin der Jury beklagte nach dem Prozess öffentlich, er habe sich geweigert, seine Haltung gegenüber den anderen Geschworenen zu begründen.
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