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Katastrophenschutz: Experte: Kontrolliertes Brennen statt mehr Technik nötig

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Katastrophenschutz: Experte: Kontrolliertes Brennen statt mehr Technik nötig

Der renommierte Feuerökologe Johann Georg Goldammer fordert ein Umdenken im Kampf gegen die Brände.

Kontrolliertes Brennen könne die Brandlast senken, Munition freilegen und Feuer bekämpfen helfen.

Der renommierte Feuerökologe Johann Georg Goldammer fordert den gezielten Einsatz von Feuer auf munitionsbelasteten Flächen, auf denen es immer wieder zu Bränden kommt.

Geld für mehr Löschfahrzeuge, Hubschrauber und Technik werde allein nicht reichen im Umgang mit Bränden, wie sie Sachsen und Brandenburg auch in diesem Sommer wieder erlebt haben.

Goldammer leitet das gemeinsam vom Max-Planck-Institut für Chemie und der Uni Freiburg betriebene „Global Fire Monitoring Center“ (GFMC) und berät Politik und Behörden weltweit im Umgang mit Feuer.

Auf dem früheren Truppenübungsplatz Heidehof-Golmberg in Brandenburg hat das GFMC bereits vor mehr als zehn Jahren in einem öffentlich geförderten Projekt kontrollierte Feuerexperimente auf kampfmittelbelasteten Flächen durchgeführt.

Goldammers Empfehlung damals: Kontrolliertes Brennen mit gepanzerten Spezialfahrzeugen kann aus naturschutzfachlicher Sicht die geschützte Heidelandschaft kostengünstig erhalten und vor der „Verwaldung“ bewahren und gleichzeitig die Brandlast reduzieren.

Eine ausreichende Beweidung oder der Einsatz von Fahrzeugen zur konventionellen Landschaftspflege sei häufig zu aufwendig und aufgrund der Munitionsbelastung nicht möglich.

Kontrollierte Feuer legten außerdem Munition auf und abseits der Fahrtkorridore zur Beräumung frei.

Die Forschung existiere, werde von Behörden aber seit Jahren ignoriert, kritisierte Goldammer, der für seine Arbeit 2024 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde.

Gemeinsame Ausbildung von Forstwirten und Feuerwehr in Freiburg In Brandenburg kommt es bei Jüterbog auf einem früheren Truppenübungsplatz immer wieder zu Bränden.

Sachsens Einsatzkräfte haben auch in diesem Jahr erneut ein Feuer in der munitionsbelasteten Gohrischheide bei Zeithain bekämpfen müssen, nachdem es dort bereits im Vorjahr einen Großbrand gegeben hatte, bei dem die Einsatzkräfte aufgrund der Munitionsbelastung weitgehend machtlos waren.

Derartige Flächen dürften nicht unkontrolliert zuwachsen, so der Experte. „Dann kommt eine Situation - und das Feuer ist ja unvermeidbar - dass es dann in den Wildnisflächen brennt und dann können die Einsatzkräfte schon mal gar nichts machen.“ Statt mehr Ausrüstung fordert Goldammer ein grundlegendes Umdenken zum Thema „Landschaftsbrände“ - wie er es nennt - schon bei Ausbildung und Zuständigkeit.

In seiner Heimat Freiburg hat der Experte dafür seit 2012 eine Kooperation zwischen Feuerwehr und Forstamt aufgebaut.

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