Landesparlament: Streit um Gemeinschaftsschulen in Berlin verschärft sich
Sollen Berliner Kinder möglichst lange zusammen lernen? Linke und Grüne werfen der Bildungssenatorin vor, das zu verhindern.
Der Grünen-Fraktionschef berichtet über seine eigene Schulzeit.
Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) hat kein Verständnis für die Forderung von Grünen und Linken nach deutlich mehr Gemeinschaftsschulen.
Bei der Debatte im Landesparlament wies sie Kritik der beiden Oppositionsparteien zurück, Gemeinschaftsschulen auszubremsen. „Liebe Linke, bevor Sie immer schreien müssen, ich kann Sie beruhigen: Wir haben weiterhin Gemeinschaftsschulen gebaut, wir haben Gemeinschaftsschulen entwickelt, übrigens eine ganz neue in meinem eigenen Wahlkreis.
Ich lade Sie gerne ein.“ Die Linke-Spitzenkandidatin Elif Eralp hatte sich dafür ausgesprochen, die Schulbauoffensive zu beschleunigen und dabei vor allem neue Gemeinschaftsschulen zu bauen, in denen Kinder von der Einschulung bis zum Abschluss gemeinsam lernen.
Eralp hielt Günther-Wünsch vor, Gemeinschaftsschulen nicht ausreichend zu fördern.
Das Schulsystem gehört im Wahlkampf zu den bildungspolitisch am meisten umstrittenen Themen.
Profitieren Kinder mehr davon, wenn sie so lange wie möglich zusammenbleiben? Oder werden sie besser gefördert, wenn sie nach der Grundschule getrennt werden? Auch Grünen-Fraktionschef Werner Graf plädierte für mehr Gemeinschaftsschulen und wies dabei auf seine eigenen Erfahrungen als Schüler in Bayern hin. „Jeder hat ja so seine eigene Bildungsgeschichte, ich natürlich auch“, sagte er. „Ich musste damals runter vom Gymnasium - wegen Latein.
Das war wirklich nicht meine Stärke“, gab der Grünen-Politiker zu, der ebenfalls als Spitzenkandidat für die Wahl zum Abgeordnetenhaus antritt.
Grünen-Fraktionschef kritisiert Stress durch Schulwechsel „Ich weiß noch genau, wie ich am ersten Tag in der neuen Schule im neuen Klassenzimmer stand.
Ich kannte niemanden.
Unsicherheit, Stress pur.
Und mein ganzer Freundeskreis war auf einmal weg“, sagte Graf.
Auch für viele Berliner Kinder bedeute der Wechsel an eine neue Schule puren Stress, vor allem nach dem Ende der Grundschulzeit.
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