Streit um Israel: Niederländischer Sender will auch 2027 nicht am ESC teilnehmen
Aus Protest gegen den Umgang mit Israel verzichten die Niederlande wohl auch im kommenden Jahr auf eine Teilnahme am Eurovision Song Contest (ESC).
Der Musikwettbewerb habe seinen „neutralen Charakter“ verloren, begründete der für den niederländischen ESC-Beitrag verantwortliche Sender Avrotros am Montag die Entscheidung gegen seine Teilnahme 2027.
Nach Angaben von ESC-Direktor Martin Green wollen die Organisatoren nun prüfen, ob ein anderer niederländischer Sender einspringen will. „Es ist unbestreitbar, dass internationale Konflikte sich zunehmend auf den Wettbewerb auswirken und seinen neutralen Charakter untergraben“, erklärte der Generaldirektor des öffentlich-rechtlichen Senders Avrotros, Taco Zimmerman.
Der ESC sei damit „zu einer Plattform für Spaltung geworden“.
Die Niederlande haben als Gründungsmitglied und fünfmaliger Gewinner des ESC und der Vorgänger-Wettbewerbe über Jahrzehnte eine wichtige Rolle bei dem größten im Fernsehen übertragenen Musikereignis der Welt gespielt.
Dieses Jahr boykottierten sie aber mit vier weiteren traditionellen Teilnehmerländern wie Spanien den im Mai in Wien ausgerichteten ESC.
Der Entscheidung vorausgegangen war ein heftiger Streit um die Teilnahme Israels.
Die Niederlande und andere Ländern forderten einen Ausschluss Israels vom ESC wegen des Vorgehens der israelischen Armee im Gaza-Krieg, den die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas am 7.
Oktober 2023 mit ihrem brutalen Überfall auf Israel ausgelöst hatte.
Nach dem Sieg der bulgarischen Sängerin Dara mit ihrem Partylied „Bangaranga“ in Wien findet die 71.
Ausgabe des Wettbewerbs am 15.
Mai 2027 in der bulgarischen Küstenstadt Burgas statt.
Nach seinem Regelwerk muss der ESC neutral und unpolitisch sein.
Nach dem Streit um die Teilnahme Israels hatte die Europäische Rundfunkunion (EBU) als Veranstalterin zudem Mitte August entschieden, dass Länder im Kriegszustand nicht Gastgeber des Musikwettbewerbs sein dürfen.
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