Russische Cyberangriffe auf Kandidaten: Frankreichs Justiz ermittelt
Wegen mutmaßlicher russischer Cyberangriffe auf zwei Präsidentschaftskandidaten in Frankreich hat die Justiz Ermittlungen aufgenommen.
Sie befasse sich aus eigener Initiative mit dem Fall, erklärte die Staatsanwaltschaft am Dienstag in Paris.
Anlass sei das Auftauchen gefälschter Websites mit Falschinformationen, welche die beiden ehemaligen Premierminister Gabriel Attal und Edouard Philippe destabilisieren sollten.
Nach Informationen aus Sicherheitskreisen hätten sich diese Falschinformationen zwar kaum verbreitet, aber es sei das erste Mal gewesen, dass die Kandidaten direkt im Visier gewesen seien.
So sei fälschlich behauptet worden, Philippe habe gesundheitliche Probleme und Attal zeige Symptome der Parkinson-Krankheit.
Attal hatte deswegen Anfang August Klage eingereicht.
Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor bereits Ermittlungen im Fall des EU-Abgeordneten Raphaël Glucksmann eingeleitet, der als Präsidentschaftskandidat des linken Lagers im Gespräch ist.
Auch dieser hatte Anzeige erstattet.
Die Staatsanwaltschaft betonte, dass sie die Ermittlungen unabhängig von den Klagen aufgenommen habe, aber diese nun auch prüfe.
Die französische Regierung hatte kürzlich einen Gesetzesvorschlag vorgelegt, um die Strafen für die Verbreitung von Falschnachrichten zu verschärfen.
Frankreich wählt am 18.
April und 2.
Mai einen neuen Präsidenten.
Experten gehen davon aus, dass Russland ein Interesse daran hat, manche französische Präsidentschaftskandidaten zu diskreditieren, um etwa der Rechtspopulistin Marine Le Pen zum Sieg zu verhelfen.
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.stern.de — der Inhalt gehört Stern.