Supercup-Stresstest: BVB-Chef Ricken will Bayern "nicht in unserem Stadion feiern sehen"
Vizemeister Borussia Dortmund kämpft am Samstag im Supercup ( 20:30 Uhr, Sat.1 und Sky sowie im ntv.de-Liveticker ) gegen den FC Bayern um die erste Trophäe der Saison. "Jetzt geht es einfach um einen Titel - kein Vergleich mit Meisterschaft, Pokal oder Champions League, aber eben ein Titel bei uns im Stadion, vor unseren Fans. Und ehrlicherweise will ich das nicht - ich glaube, das will kein BVB-Fan - die Bayern mit einem Titel in unserem Stadion feiern sehen", sagte Borussia Dortmunds Sport-Geschäftsführer Lars Ricken im Gespräch mit RTL/ntv und Sky.
Man wolle den Fans sofort zeigen, "wie groß unsere Ambitionen sind", ergänzte er. "Das kann ein richtig interessantes Spiel werden - und für uns auch eine Initialzündung für die Saison." Dass es der einfachste Titel der Saison ist, wollte Ricken nicht bestätigen. Immerhin gehe es gegen "eine der stärksten Mannschaften Europas, die sich noch mal gut verstärkt hat". Gerade bei Titeln seien die Bayern "immer da". "Also mit Sicherheit nicht der einfachste, aber zumindest der schnellste Weg", so Ricken.
Die Ziele für die anstehende Saison hat der BVB-Manager abseits von konkreten Platzierungen klar abgesteckt. Es geht auch um die Art und Weise, wie das Team auftritt. "Wir wollen mutiger, unbequemer und herausfordernder werden. Wenn wir das zeigen, verzeihen uns die Fans auch mal eine Niederlage", sagte der 50-Jährige.
"Titel waren bei uns immer eine besondere Geschichte zwischen Verein, Mannschaft und Fans - so eine Geschichte kann sich auch über eine Saison entwickeln. Im März kann man dann konkreter schauen, wo wir stehen." Aktuell gehe es erst mal darum, "fleißig zu sein" und uns "in die Saison hineinzuarbeiten".
Der letzte Titel der Dortmunder stammt aus dem Jahr 2021 - damals holte der Klub den DFB-Pokal. Schon wieder etwas länger her. "Es wäre mal wieder schön, ja. Unser letzter Titel war während Corona, ohne Fans", erinnert sich Ricken. "Aber am Ende müssen wir jetzt nicht darüber reden, was irgendwann im Mai passiert. Dazwischen liegen 50 Spiele, in denen unsere Fans jedes Mal eine Erwartungshaltung haben, die wir erst erfüllen müssen."
Dass viele in der Bundesliga einen anderen Sieger als den FC Bayern herbeisehnen, könne er verstehen. "Wir lechzen ja auch danach. Aber vorher kommen noch ein paar andere Sachen, die wir erledigen müssen. Wenn es am Ende so kommt, werden wir uns nicht dagegen wehren", erklärte Ricken.
Dass es so kommt, scheint Stand heute eher utopisch. Auch in der vergangenen Saison zog der FC Bayern wieder einsam seine Kreise an der Tabellenspitze. Der BVB wurde weit abgeschlagen Vizemeister. Kommt man überhaupt noch an den Rekordmeister heran? "Ich halte nichts vom Rumjammern", sagte Ricken. "Die Bayern haben einen größeren Etat, die Engländer geben für Transfers Milliarden aus, wir in der Bundesliga nur ein paar hundert Millionen - trotzdem sind wir ein außergewöhnlicher Klub und wollen es bleiben."
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