Forscher in Sorge - Deutschland fehlen 25 Milliarden Tonnen Wasser
Deutschlands Wasserspeicher schrumpfen – und die neuesten Zahlen zeigen, wie groß das Defizit inzwischen ist. Im Juni 2026 fehlten bundesweit 25 Milliarden Tonnen Wasser gegenüber dem langjährigen Mittel. Das entspricht mehr als der Hälfte der Wassermenge des Bodensees oder 10 Milliarden olympischen Schwimmbecken. Und die Folgen des Hitzesommers sind in diesen Daten noch gar nicht enthalten!
Das zeigen neue Auswertungen des GFZ Helmholtz-Zentrums für Geoforschung. Grundlage sind Daten der Satellitenmission „GRACE Follow-On“, die das GFZ gemeinsam mit der NASA und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betreibt. Die beiden Satelliten messen, wie viel Wasser sich auf und unter der Erdoberfläche befindet.
Das Ergebnis für Deutschland: Die Entwicklung zeigt weiter nach unten. „Seit 2015 sehen wir zunehmend trockenere Bedingungen in Deutschland als in den 15 Jahren davor“, sagt Prof. Annette Eicker, Leiterin der Sektion Globales Geomonitoring und Schwerefeld am GFZ.
Zwischendurch sah es besser aus: Das regenreiche Jahr 2024 füllte die Wasserspeicher wieder auf. Doch die Erholung hielt nicht lange. „Danach folgte sofort wieder eine starke Abnahme“, sagt Prof. Andreas Güntner vom GFZ. Vor allem das Grundwasser bereitet den Forschern Sorgen. Sein Rückgang ist laut Güntner für den größten Teil des langfristigen Wasserverlusts verantwortlich. Im Sommer 2025 sanken die Wasservorräte so stark wie in keinem Sommer zuvor, seit die Satelliten messen. Im Juni 2026 lag sie auf einem ähnlich niedrigen Niveau. Gegenüber dem Mittel der Jahre 2002 bis 2020 fehlten 25 Milliarden Tonnen Wasser . Zum Vergleich: Der Bodensee enthält etwa 48 Gigatonnen.
Die Wissenschaftler befürchten, dass sich die Wasserspeicher bis Jahresende nicht mehr erholen – selbst bei überdurchschnittlich viel Regen. Das Problem sind unter anderem die höheren Temperaturen: Sie lassen mehr Wasser aus Böden und Gewässern verdunsten. Auch Pflanzen geben Wasser an die Atmosphäre ab. Wie stark der Hitzesommer 2026 die Wasservorräte belastet hat, ist noch unklar. Die verfügbaren Satellitendaten reichen nur bis Juni. Neue Daten werden im Herbst erwartet.
Im Juni 2026 waren die Defizite vor allem im Süden, Südwesten und Osten Deutschlands ausgeprägt. Im Nordwesten rund um die Nordsee fielen sie schwächer aus. Seit 2015 häufen sich laut GFZ die Juni-Monate mit geringer Wasserspeicherung. Besonders im Süden und Osten sind die Defizite häufig größer. Aussagen über einzelne Städte oder Landkreise lassen die Satellitendaten allerdings nicht zu: Die Messungen haben eine räumliche Auflösung von etwa 250 mal 250 Kilometern.
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