82 Standorte, 1200 Mitarbeiter - Großer Autohändler insolvent
Berlin – Nicht nur Zulieferer und Hersteller der deutschen Autoindustrie stecken in der Krise. Auch viele Händler haben mit der Kaufzurückhaltung der Kunden zu kämpfen. Jetzt hat es einen ganz Großen der Branche erwischt!
Die Berliner Autohaus Gotthard König GmbH hat Insolvenz angemeldet. Betroffen sind rund 1200 Mitarbeiter und 82 Standorte. Das Amtsgericht Charlottenburg hat ein vorläufiges Insolvenzverfahren angeordnet. Das gilt auch für die 100-prozentige Tochtergesellschaft Autohaus König GmbH in Teltow.
Bei der Gruppe handelt es sich um den größten Renault-Vertragshändler Deutschlands. Sie betreibt Standorte in Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern. Zum Markenportfolio gehören auch andere Autos wie Dacia, Opel, Fiat, Jeep, Citroën, Kia und BYD.
Der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Rainer Eckert erklärt gegenüber BILD: „Die eingetretene Zahlungsunfähigkeit ist insbesondere vor dem Hintergrund der tiefgreifenden Veränderungen im Automobilhandel zu sehen. Die Transformation vom Verbrenner- zum Elektrofahrzeug, ein deutlich gestiegener Wettbewerbsdruck durch neue Marktteilnehmer sowie ein insgesamt stagnierendes Neuwagengeschäft stellen die gesamte Branche vor erhebliche Herausforderungen.“
Die Folge: „Trotz intensiver Bemühungen von Geschäftsführung, Gesellschafterfamilie, Kreditgebern und Herstellerpartnern ließ sich eine Lösung außerhalb der Insolvenz zuletzt nicht mehr erreichen“, so der Sanierungsexperte. Für Kunden soll sich zunächst aber nichts ändern. Verkauf, Werkstätten und Service laufen an allen Standorten des Unternehmens weiter. Auch laufende Reparaturen und Fahrzeugbestellungen sollen planmäßig abgewickelt werden. Die Löhne der Mitarbeiter sind über das Insolvenzgeld vorerst abgesichert.
Das Familienunternehmen wurde 1966 von Gotthard und Marianne König in West-Berlin gegründet. Dagmar König (53), Tochter der Firmengründer, ist Anteilseignerin und sitzt in der Geschäftsführung. Gesellschafterfamilie, Auto-Hersteller und Insolvenzverwalter arbeiten nun an einem Sanierungskonzept. Ziel ist es, möglichst viele Standorte und Jobs zu erhalten. Besonders wichtig sind dabei die Gespräche mit den Herstellern Renault und Stellantis.
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