Nabu schlägt Alarm - Rückgang der Gartenvögel setzt sich fort
Vögel werden in vielen Gärten seltener. Dieses Gefühl täuscht nicht: Zählungen zeigen seit Jahren einen leichten, aber stetigen Rückgang. Mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich der Garten jedoch wieder attraktiver für gefiederte Besucher machen.
Wie die „ Stunde der Gartenvögel “ aus dem Jahr 2026 ergab, wurden durchschnittlich 28 Vögel pro Garten gezählt. Acht Jahre zuvor waren es noch 34. Zwar entwickeln sich nicht alle Arten gleich: Kohlmeisen und Rotkehlchen legten zuletzt sogar zu. Der Haussperling, Deutschlands häufigster Gartenvogel, verlor jedoch neun Prozent gegenüber dem Vorjahr, berichtet myHOMEBOOK (gehört ebenfalls zu Axel Springer). Nabu-Sprecherin Silvia Teich spricht von einem leichten, aber kontinuierlichen Abwärtstrend bei Gartenvögeln.
Futterhäuschen gelten als schnelle Hilfe, ihr Nutzen ist unter Fachleuten aber umstritten. Vor allem die ganzjährige Fütterung erreicht oft nur Arten mit ohnehin stabilen Beständen. Unstrittig ist dagegen die Bedeutung von Insekten . Fast alle heimischen Singvögel füttern ihre Jungen zumindest in den ersten Lebenstagen mit Insekten. Körner und Fettfutter können diese Nahrung nicht ersetzen.
Die sogenannte „ Krefelder Studie“ zeigte bereits 2017, dass die Biomasse flugaktiver Insekten zwischen 1989 und 2016 um mehr als 75 Prozent zurückging. Viele Wildpflanzen, die oft als Unkraut gelten, sind für Insekten dagegen wertvolle Nahrungsquellen. Löwenzahn etwa wird von zahlreichen Wildbienen-, Raupen- und Schwebfliegenarten genutzt. Wo viele Insekten leben, finden auch Vögel ausreichend Nahrung.
Der wirksamste Beitrag für mehr Artenvielfalt ist oft, einfach weniger zu tun. Den Rasen seltener mähen, Wildkräuter wachsen lassen, verblühte Stauden über Winter stehen lassen, Laub und Totholz im Garten belassen und auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichten. Zusätzlich bieten heimische Hecken aus Weißdorn, Schlehe oder Holunder Nahrung, Schutz und Nistmöglichkeiten. Eine flache, regelmäßig gereinigte Wasserstelle macht den Garten für Vögel schließlich noch attraktiver.
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