Pokal-Kracher gegen Stuttgart - Hansa trainiert schon für Elfmeter-Krimi
Schon wieder Stuttgart! Bei einigen Hansa-Fans hielt sich die Begeisterung nach der Pokal-Auslosung zunächst in Grenzen. Der Grund: Bereits zum siebten Mal treffen Hansa Rostock und der VfB Stuttgart in einem DFB-Pokalspiel aufeinander.
Doch inzwischen ist aus dem Los-Frust Vorfreude geworden. Denn am Freitag (20.45 Uhr) wartet genau die Art von Pokal-Abend, für die dieser Wettbewerb geliebt wird: mehr als 27.000 Zuschauer, Flutlicht im Ostseestadion und ein Bundesligist zu Gast.
Allerdings spricht die jüngere Bilanz eher für den Bundesligisten. Das letzte Hansa-Erfolgserlebnis gegen Stuttgart liegt bereits acht Jahre zurück. Die vergangenen beiden Duelle (2019 und 2020) entschieden die Schwaben jeweils mit 1:0 für sich.
Hansa-Trainer Daniel Brinkmann weiß trotzdem genau, welche Wucht sein Stadion entwickeln kann. „Ich denke schon, dass es schönere Lose gibt für Stuttgart, als jetzt auswärts das erste Spiel im Ostseestadion zu spielen.“
Und weiter: „Wer schon mal Spiele unter Flutlicht im Ostseestadion mitgemacht hat, der weiß, dass das noch mal ein anderes Level ist.“
Die Botschaft ist klar: Der VfB reist als Favorit an. Hansa setzt auf die besondere Atmosphäre im Ostseestadion. Und die Rostocker beschäftigen sich offenbar bereits mit allen Szenarien.
Im Training wurde zuletzt sogar Elfmeterschießen geübt. Unter anderem Andreas Voglsammer und Kenan Fatkic traten vom Punkt an.
Wer im Ernstfall tatsächlich schießt, bleibt offen. Aber eines kann nicht trainiert werden: der Gang zum Elfmeterpunkt vor ausverkauftem Haus, wenn die Uhr Richtung 23 Uhr läuft.
Brinkmann: „Ich möchte den Spieler sehen, der dann genau das gleiche Gefühl hat, wenn es Richtung 23 Uhr oder noch später geht. Der dann kein anderes Gefühl hat, der ist wirklich kalt wie eine Hundeschnauze.“
Spätestens dann wäre der Los-Frust vergessen. Ausgerechnet gegen Stuttgart könnte eine Pokalnacht entstehen, über die in Rostock noch lange gesprochen wird.
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