Eklat in Belgrad - Verfeindete Fußball-Klubs gedenken Kriegsverbrecher
Belgrad – Offenes Gedenken an einen verurteilten Kriegsverbrecher! Vor dem 180. Belgrader Derby zwischen Roter Stern und Partizan (2:1) wurde am Sonntag eine Gedenkminute für den früheren bosnisch-serbischen Armeechef Ratko Mladić (†84 ) abgehalten.
Zwischen Roter Stern, wo inzwischen Ex-Frankfurt-Coach Albert Riera (44) an der Seitenlinie steht, und Partizan herrscht eine der intensivsten und gewaltsamsten Rivalitäten im internationalen Fußball. Beim Gedenken an den als „Schlächter von Bosnien“ bekannten Ex-General waren sich die verfeindeten Fans jedoch einig. Vor und nach der Schweigeminute brandete lauter Applaus auf.
Zusätzlich enthüllten die Roter-Stern-Ultras, die „Delije“, ein riesiges Tifo mit einem Porträt Mladićs. Nach Angaben serbischer Medien beendete der Stadionsprecher die Ehrung mit den Worten: „Möge ihm ewige Herrlichkeit zuteilwerden.“ Roter Stern postete anschließend sogar ein Video der Gedenkminute auf seinen sozialen Kanälen.
Die Aktion sorgt insbesondere in Bosnien für Empörung. Auf X kritisiert ein bekannter, von Fans betriebener Account: „Tausende von Menschen abgeschlachtet und ein Verein teilt auf seiner offiziellen Seite Videos von ihren Fans in ihrem Stadion, die ihn feiern, und die Uefa unternimmt nichts. Dieser Mann war verantwortlich für den Völkermord von Srebrenica!“
Die Uefa hat sich zur Gedenkminute bislang noch nicht geäußert. Der europäische Fußballverband hatte aber bereits vor knapp zwei Wochen auf eine ähnliche Aktion reagiert. Beim Europa-League-Spiel gegen Viktoria Pilsen zeigten die Roter-Stern-Fans ein Banner mit der Aufschrift: „General, ewige Ehre und Dankbarkeit.“
Nach Angaben der Nachrichtenagentur HINA leitete die UEFA daraufhin Ermittlungen gegen den Klub ein – unter anderem wegen rassistischen oder diskriminierenden Verhaltens, der Veröffentlichung einer für eine Sportveranstaltung ungeeigneten Botschaft und unangemessenen Verhaltens. Roter Stern hatte selbst ein Foto des Banners in den sozialen Medien veröffentlicht.
Mladić war wegen zahlreicher Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Bosnienkriegs (1992–1995) verurteilt worden. Dazu zählt auch das Massaker von Srebrenica, bei dem mehr als 8000 bosnische Muslime getötet wurden. 2017 wurde er dafür zu lebenslanger Haft verurteilt. Ende August starb Mladić im Alter von 84 Jahren im Gefängnis. Trotz seiner Verbrechen wird Mladić in Teilen Serbiens und der Republika Srpska bis heute verehrt.
Haben Sie Fehler entdeckt? Möchten Sie etwas kritisieren? Dann schreiben Sie uns gerne!
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.bild.de — der Inhalt gehört Bild.