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Longevity: Laut Harvard-Studie hängt ein klarer Tagesrhythmus mit einem langsamerem biologischen Altern zusammen

Focus Online Gesundheit ·
Longevity: Laut Harvard-Studie hängt ein klarer Tagesrhythmus mit einem langsamerem biologischen Altern zusammen

Zehntausend Schritte sind zehntausend Schritte – könnte man meinen. Doch für den Körper macht es offenbar einen Unterschied, ob diese Bewegung früh am Tag, gleichmäßig über viele Stunden oder erst spät am Abend stattfindet. Denn unser Organismus lebt nach einem 24-Stunden-Rhythmus. Aktivität am Tag und Ruhe in der Nacht sind Teil dieses Takts – und genau dieses Muster hängt offenbar damit zusammen, wie schnell der Körper biologisch altert .

Wie eng Tagesrhythmus und biologisches Altern zusammenhängen, haben Forscher der Harvard T.H. Chan School of Public Health mit mehrjährigen Daten von Fitnesstrackern untersucht. Dafür werteten sie die Aktivitätsmuster von 2222 Erwachsenen über insgesamt 8447 Personenjahre aus. Im Fachmagazin „ Nature Communications “ berichten sie über drei besonders relevante Merkmale:

Für die Analyse kombinierten die Wissenschaftler die Bewegungsdaten mit dem sogenannten PhenoAge. Dieser Wert soll erfassen, wie stark ein Körper physiologisch gealtert ist . Dafür wird das tatsächliche Alter mit neun klinischen Blutwerten verrechnet. Ein Mensch kann dadurch biologisch jünger oder älter erscheinen, als es sein Geburtsdatum vermuten lässt.

Besonders auffällig war die Stärke des Ruhe-Aktivitäts-Rhythmus. Menschen mit einem ausgeprägteren Unterschied zwischen aktiven und ruhigen Phasen hatten eine geringere Wahrscheinlichkeit für beschleunigtes biologisches Altern. Je nach verwendetem Messwert lagen die Chancen dafür um 26 bis 46 Prozent niedriger. Gemeint ist damit das Muster über den gesamten Tag hinweg:

Diese Unterschiede konnten die Tracker-Daten über längere Zeiträume abbilden.

Die Forscher betrachteten dabei weit mehr als die Zahl der Schritte. Sie analysierten die Intensität des täglichen Rhythmus, seine zeitliche Lage und seine Stabilität. Denn zwei Menschen können ähnlich aktiv sein, ihre Bewegung aber über völlig unterschiedliche Tageszeiten verteilen.

Auch der Zeitpunkt der stärksten Aktivität hing mit dem biologischen Alter zusammen. Lag die Aktivitätsspitze später am Tag, traten Hinweise auf beschleunigtes Altern häufiger auf. Der Zusammenhang mit Zeitpunkt und Regelmäßigkeit war bei Frauen ausgeprägter als bei Männern.

Bei Männern fanden die Wissenschaftler ein komplizierteres Muster. Beschleunigtes Altern ging dort mit einer zweiphasigen Instabilität einher: Aktivitätsschübe am frühen Morgen wurden von einem erneuten Anstieg spät am Abend begleitet. Dieses Muster spricht gegen eine einfache Einteilung in „früh ist gut“ und „spät ist schlecht“.

Bei Frauen waren sowohl der Zeitpunkt der Aktivität als auch die Regelmäßigkeit des Tagesablaufs enger mit dem biologischen Alter verknüpft. Ein stabilerer Rhythmus ging häufiger mit günstigeren Alterswerten einher. Bei Männern war dieser Zusammenhang weniger eindeutig.

Die Autoren sprechen deshalb von mehreren Dimensionen des täglichen Ruhe-Aktivitäts-Rhythmus. Intensität, Zeitpunkt und Stabilität lieferten jeweils eigene Informationen. Ein einzelner Wert wie die tägliche Schrittzahl würde einen erheblichen Teil dieses Musters nicht erfassen.

Ein ähnliches Muster fanden bereits Forscher der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health .

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