Verkehr: Mit Hammer und Gehör - So werden Brücken geprüft
Nach dem Einsturz der Carolabrücke werden Brücken aus DDR-Zeiten besonders streng kontrolliert.
Welche Methoden dabei zum Einsatz kommen und wann schnelles Handeln nötig ist.
Die knapp 3.000 Autobahnbrücken in Sachsen , Sachsen-Anhalt und Thüringen müssen einiges aushalten: Täglich rollen zwischen 10.000 und 60.000 Fahrzeuge über diese Bauwerke.
Um ihre Sicherheit zu garantieren, führt die Niederlassung Ost der Autobahn GmbH jährlich etwa tausend Prüfungen durch.
Wegen ihres vergleichsweise jungen Alters seien die Brücken in den drei Ländern in einem guten Zustand, erläutert Thomas Wirth, Abteilungsleiter Bauwerksmangement.
Im Osten seien die meisten Brücken in den 1990ern und 2000ern gebaut worden, Altbauwerke gebe es wenige.
Alle drei Jahre werden die Brücken kontrolliert, abwechselnd finden dabei ausführlichere Hauptprüfungen und einfache Prüfungen statt.
So auch bei der Brücke an der A4 bei Siebenlehn, die die Prüfer am Dienstag untersuchen.
Eine reine Routineprüfung, wie Sprecherin Julia Grotjahn sagt. „Dem Bauwerk geht es gut.“ Die etwa 30 Meter lange und 6 Meter hohe Spannstahlbetonbrücke wurde 1996 errichtet. „Sie hat ungefähr ein Drittel ihrer geplanten Zeit geschafft“, ergänzt Wirth.
Bauteile müssen mit der Hand erreichbar sein Bei einer Hauptprüfung müssten alle Bauteile „handnah“ erreichbar sein, erklärt Wirth. „Ich muss mit meinem Arm da rankommen und das anschauen können.“ Die Kosten für eine Hauptprüfung liegen bei etwa 6.000 bis 8.000 Euro.
Los geht es von oben.
Das Team schaut sich Fahrbahnbelag, Fugen, Übergangskonstruktion, den seitlichen Gehweg, Geländer und Schutzeinrichtung an.
Auch die Beschichtungstiefe wird gemessen.
Taschenlampe und gute Augen gefragt Dann geht es an den Unterbau.
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