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Brisante Umfrage - Fast jeder Dritte hat nach Arztbesuch noch Fragen

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Brisante Umfrage - Fast jeder Dritte hat nach Arztbesuch noch Fragen

„Hätte ich doch noch gefragt …“ – Diesen Gedanken dürften viele nach einem Arztbesuch kennen. Im Sprechzimmer nickt man noch brav, obwohl man nicht alles verstanden hat, möchte nicht lästig wirken oder traut sich nicht, nochmal nachzuhaken. Zu Hause kommen die Fragen dann zurück. Eine neue Umfrage von Doctolib zeigt jetzt, wie verbreitet das Problem ist: Fast jeder dritte Befragte (29 Prozent) geht mit mindestens einer ungeklärten Frage nach Hause. Und 22 Prozent haben einer Behandlungsempfehlung zugestimmt, obwohl sie noch Zweifel oder offene Punkte hatten.

Ausgerechnet jüngere Patienten gehen besonders häufig mit offenen Fragen nach Hause: Bei den 25- bis 34-Jährigen sind es 43 Prozent, bei den ab 55-Jährigen dagegen nur 24 Prozent. Auch bei der Entscheidungsfindung zeigt sich ein deutlicher Unterschied: In der jüngeren Gruppe traf bei 26 Prozent der Arzt die Entscheidung über die Behandlung allein – bei den über 55-Jährigen waren es lediglich 10 Prozent.

Ein Grund könnte sein, dass jüngere Patienten Hemmungen haben, im Gespräch nachzuhaken. Fast 20 Prozent der 25- bis 34-Jährigen fühlen sich unwohl dabei, nachzufragen. Die Sorge, nicht ernst genommen zu werden, nennen in dieser Altersgruppe 27 Prozent als Grund. Und das, obwohl sie sich intensiv vorbereiten: Rund ein Drittel der 25- bis 34-Jährigen nutzt nach Angaben von Doctolib vorher eine KI-Anwendung , fast ebenso viele recherchieren online.

Die Recherche bleibt oft vor der Praxistür. 57 Prozent derjenigen, die sich vorab online oder durch KI informiert haben, sprechen das im Behandlungszimmer nicht an. 27 Prozent möchten laut Umfrage nicht den Eindruck erwecken, es besser wissen zu wollen, weitere 21 Prozent sind unsicher, ob die Informationen überhaupt zuverlässig sind. Besonders interessant ist der Blick auf KI: 17 Prozent aller Befragten haben vor dem Termin eine KI-Anwendung genutzt, doch nur etwa jede zehnte Person spricht dies anschließend im Gespräch an.

Auch zwischen Frauen und Männern zeigt die Umfrage einen deutlichen Unterschied: 33 Prozent der Frauen verlassen die Praxis mit offenen Fragen, bei den Männern sind es nur 20 Prozent. Auch hier fürchten viele, nicht ernst genommen zu werden. Das geben 24 Prozent der Frauen und 10 Prozent der Männer als Grund an.

41 Prozent halten es für hilfreich, wenn Ärzte am Ende des Gesprächs aktiv fragen, ob noch Fragen offen sind. Bei den 25- bis 34-Jährigen liegt dieser Anteil sogar bei mehr als 50 Prozent. Weitere 28 Prozent wünschen sich mehr Zeit im Gespräch. Und 66 Prozent der Befragten halten es für wichtig, bei medizinischen Entscheidungen mitbestimmen zu können.

Das Aktionsbündnis „ Gemeinsam entscheiden “ empfiehlt deshalb drei konkrete Fragen vor jeder Behandlungsentscheidung:

Patienten können außerdem jederzeit um eine verständliche Erklärung bitten oder Bedenkzeit einfordern, bevor sie einer Behandlung zustimmen.

Insgesamt nahmen 3136 Doctolib-Nutzer ab 18 Jahren an der Online-Umfrage teil, darunter 68 Prozent Frauen.

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