Erntebilanz: Hitze drückt Ernte – Thüringens Bauern fordern mehr Hilfe
Hitze und Trockenheit setzen auch Thüringens Getreide und Co. zu: Warum trotzdem keine Missernte droht und was Bauern jetzt fordern und die Politik liefert.
Schwächer als im vergangenen Jahr, aber keine Katastrophe und von einer Missernte weit entfernt: Das ist die Bilanz von Landwirtschaftsministerin Colette Boos-John (CDU) mit Blick auf die diesjährige Ernte .
Thüringen sei im Vergleich mit von Unwetterschäden stärker betroffenen Bundesländern glimpflich davongekommen, sagte die Ministerin bei der Ernte-Pressekonferenz des Thüringer Bauernverbands in Ingersleben (Landkreis Gotha). „Die Ergebnisse unterscheiden sich allerdings erheblich nach Regionen und Kulturen.“ Hitze und Trockenheit hätten Spuren hinterlassen. „Aus einem vielversprechenden Weizenbestand wurde innerhalb weniger heißer Tage ein enttäuschendes Ernteergebnis“, sagte Verbandspräsident Klaus Wagner.
Weniger Getreide, teils schlechtere Qualität Insgesamt werden in Thüringen voraussichtlich rund 2,28 Millionen Tonnen Getreide geerntet – etwa 300.000 Tonnen weniger als im Vorjahr, aber auf dem Niveau von 2024.
Gleichzeitig verkleinerte sich die Anbaufläche nach Angaben von Boos-John um 11.000 Hektar auf 327.600 Hektar.
Der durchschnittliche Getreideertrag liegt mit 69,46 Dezitonnen je Hektar 9 Prozent unter dem Vorjahresergebnis, aber nur 2,2 Prozent unter dem Mittelwert der Vorjahre.
Winter- und Sommergerste, sowie Triticale liegen zwar über dem langjährigen Mittel; Winterweizen, Roggen und Hafer aber darunter.
Besonders heftig mit 18 Prozent weniger als im Vorjahr ist der Ertragsrückgang bei Winterraps.
Unterdurchschnittliche Erträge werden etwa auch bei Körnermais und Kartoffeln erwartet.
Auch bei Feld- und Kleegras sowie anderen Futterkulturen sei die Lage angespannt, so Boos-John weiter.
Auch die Qualität der Ernte sei in Teilen insgesamt schlechter als im Vorjahr.
Somit verquickten sich für die Landwirte ungünstige Faktoren: geringere Erntemengen mit teils Qualitätsabschlägen träfen auf teils niedrigere Erzeugerpreise und anhaltend hohe Produktionskosten.
Bei den Verbrauchern machte sich die Lage nicht gleich bemerkbar.
Die internationalen Agrarmärkte seien ausreichend versorgt.
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