Nach dem Musiala-Fall: Epilepsie im Profisport: „Keiner wusste, was los war“
Wie gehen Profisportler mit Epilepsie um? Berichte von Fußballern und anderen Athleten zeigen, welche Herausforderungen die Diagnose im Spitzensport mit sich bringt.
Bayern -Star Jamal Musiala hat nach seinem zweiten Zusammenbruch auf dem Feld innerhalb von vier Tagen eine „neurologische Dysfunktion“ und „temporär kurz auftretende, aber gut behandelbare Absencen“ öffentlich gemacht.
Absencen sind eine Form epileptischer Anfälle.
Im Spitzensport gab es schon mehrere ähnliche Beispiele, ein Überblick: Jay Bothroyd: Blutverschmiert ins Gefängnis 2010 machte Jay Bothroyd (44) sein einziges Länderspiel für die Three Lions.
Was damals niemand wusste: Der gebürtige Nordlondoner aus dem Arsenal-Nachwuchs litt an Epilepsie . „Ich wünschte, ich hätte früher über meine Epilepsie gesprochen, aber ich habe es nicht getan, weil ich befürchtete, man würde mir nur einen Kurzzeitvertrag oder eine Bezahlung nach Einsatzzeit anbieten“, sagte Bothroyd nach seinem Karriereende in einem Interview der „Mail on Sunday“.
Zudem berichtete er von einer Autofahrt, während der er das Bewusstsein verlor und einen Unfall verursachte. „Blutverschmiert“ sei er im Gefängnis gelandet.
Negative Folgen gab es auch auf dem Platz: „Die Epilepsie hat meine Leistung beeinträchtigt.
Es gab unzählige Male, bei denen ich deswegen schlechte Spiele hatte, weil ich nicht voll konzentriert war oder im Hinterkopf die Sorge hatte: „Mist, ich habe meine Tabletten nicht genommen“.“ Uwe Haas: Pokalsieger beendet Profikarriere früh An Epilepsie litten auch weitere Fußballer wie der frühere Kölner Bundesligaprofi Uwe Haas.
Mit dem FC gewann der Mittelfeldspieler 1983 als 19-Jähriger zwar den DFB-Pokal, musste seine Profikarriere aber nur vier Jahre später beenden.
Einen offenen Umgang mit der Krankheit gab es damals nicht.
Just dafür machte sich Haas später stark.
Severin Freund : „Und dann war helle Aufruhr“ Nach seiner aktiven Karriere machte Skispringer Severin Freund in einem Interview der „Welt am Sonntag“ im November 2024 öffentlich, dass er an fokaler Epilepsie leidet. „Ich hatte meinen ersten Anfall im Sommer 2004, nachts, mit 16 Jahren.
Meine Eltern und mein Bruder bekamen es mit, und dann war helle Aufruhr.
Keiner wusste, was los war“, erzählte er. „Meine größte Angst war, dass mir der Sport genommen wird.“ Freund hatte trotz weiterer Anfälle Glück.
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