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Frankreichs Schulkrise: Viel Geld, wenig Vertrauen

Deutsche Welle ·

Ratten in Toiletten, undichte Dächer und kaputte Heizungen. Handyvideos französischer Schüler machen derzeit die Runde in den sozialen Netzwerken. Sie dokumentieren eine marode Infrastruktur in zahlreichen Bildungseinrichtungen des Landes.

Am Lycée Paul Éluard im Pariser Vorort Saint-Denis, einem der Zentren der Protestbewegung, berichten Jugendliche über Ungeziefer im Gebäude und regelmäßige Wasserschäden. Im benachbarten Pantin klagen Schüler über Fenster, die sich auch bei Temperaturen von bis zu 40 Grad im Sommer nicht öffnen lassen.

Die wackeligen Aufnahmen in den sozialen Netzwerken sind zu Symbolen der landesweiten Schulproteste geworden, deren Ende bislang nicht absehbar erscheint. Die Unzufriedenheit reicht über marode Schulgebäude hinaus. Auf ihren Demonstrationen beklagen die Jugendlichen auch überfüllte Klassen und hohe Unterrichtsausfälle.

Dabei investiert Frankreich mit 6,7 Prozent der Wirtschaftsleistung im europäischen Vergleich viel Geld in sein Bildungssystem. Dass sich diese Investitionen nicht in besseren Lernbedingungen niederschlagen, dürfte auch mit den Zuständigkeiten zusammenhängen.

Der aus Paris gesteuerte Zentralstaat bezahlt vor allem die Lehrkräfte und bestimmt landesweit die Lehrpläne für alle Schulformen. Für den Unterhalt der Gebäude sind dagegen die Gemeinden bei Grundschulen, die Départements bei Collèges (Sekundarstufe I) und die Regionen bei Lycées (Sekundarstufe II) verantwortlich.

Je nach Region verfügen die Gebietskörperschaften über unterschiedliche finanzielle Möglichkeiten und müssen Sanierungsprojekte selbst planen. So kommen Verbesserungen oft nur langsam voran. Zudem sind mehr als zwei Drittel des Budgets durch Personal und Pensionszahlungen festgelegt, der Raum für Investitionen ist überschaubar.

Über 80 Prozent der Grundschulgebäude in Frankreich sind älter als 50 Jahre, schätzungsweise zehn bis zwanzig Prozent aller Schulgebäude gelten als stark sanierungsbedürftig. Die Politik hat das in vielen Fällen auf dem Schirm. Allein die Hauptstadtregion Île-de-France hat für die Jahre 2017 bis 2027 ein Sanierungs- und Ausbauprogramm im Umfang von 6,6 Milliarden Euro beschlossen.

Nach Angaben der Regionalregierung besuchen inzwischen zwei Drittel der Oberstufenschüler eine neue oder renovierte Schule. Doch selbst wenn Schimmel beseitigt und Dächer saniert sind, bleibt ein wirksamer Schutz vor der Sommerhitze weiterhin Mangelware. Hinzu kommt eine bittere Pointe: Bei den jüngsten Ausschreitungen wurden auch Schulgebäude beschädigt, die erst vor wenigen Jahren mit großem Aufwand neu gebaut oder jüngst saniert worden waren.

Auch bei den laufenden Bildungsausgaben zeigt sich eine Schieflage. Während in Frankreich in die Oberstufe vergleichsweise viel Geld fließt, investiert Paris nach OECD-Berechnungen pro Grundschüler weniger als der Durchschnitt der Industriestaaten. Bildungsforscher verweisen darauf, dass gerade in diesen Jahren die Grundlagen für einen späteren Schulerfolg gelegt werden.

Die Regierungen unter Präsident Emmanuel Macron haben versucht gegenzusteuern.

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5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.dw.com — der Inhalt gehört Deutsche Welle.

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