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Deutschland

Paul Ronzheimer über die Putin-Schande - Erst Party mit Schröder, dann 70 Zivilisten töten

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Paul Ronzheimer über die Putin-Schande - Erst Party mit Schröder, dann 70 Zivilisten töten

Kiew – Die Nachricht, dass Gerhard Schröder Wladimir Putin zu seinem Geburtstag umarmt hat, kam zu einem Zeitpunkt, als in Kiew absolute Dunkelheit herrschte.

Die russischen Angriffe der vergangenen Tage und Nächte hatten dafür gesorgt, dass am Donnerstagabend in großen Teilen der ukrainischen Hauptstadt der Strom ausgefallen war. Licht hatten nur noch diejenigen, die sich mit Generatoren darauf vorbereitet hatten. Schon Anfang Oktober solche Stromausfälle – so habe ich das seit Beginn der russischen Vollinvasion 2022 nicht erlebt.

Das Internet funktionierte noch, die sozialen Medien liefen heiß. Und damit verbreitete sich auch die Nachricht über den ehemaligen deutschen Bundeskanzler, der seinen Freund Putin in Moskau besucht. Ausgerechnet jetzt. Während in der Ukraine innerhalb von zwei Tagen fast 70 Zivilisten durch russische Angriffe getötet wurden.

Ich bin seit dieser Woche wieder in der Ukraine . Seit 2014 berichte ich aus diesem Land, seit 2022 habe ich hier viele der schlimmsten Momente des Krieges erlebt. Ich war in zerstörten Städten, habe mit Überlebenden russischer Angriffe gesprochen, mit Soldaten an der Front, mit Familien, die ihre Angehörigen verloren haben.

Obwohl die Ukraine bislang jeder russischen Grausamkeit und Bedrohung standgehalten hat, muss ich sagen: Was ich in diesen Tagen erlebe, macht mir große Sorgen. Weil dieser Krieg schon wieder in eine neue Phase tritt. In eine noch schlimmere Phase.

Der pausenlose Beschuss der Zivilbevölkerung. Die gezielten Angriffe auf die Energieversorgung. Die Angst vor dem Winter. Und das Gefühl vieler Ukrainer, dass die Welt immer weniger hinschaut.

Wie dramatisch die Lage inzwischen ist, wurde mir auch bei einem Besuch einer ukrainischen Luftabwehreinheit deutlich, die mit einem deutschen Gepard-Panzer versucht, russische Drohnen vom Himmel zu holen. Der Kommandeur heißt Vadym, ist 54 Jahre alt und kämpft seit Beginn der russischen Vollinvasion.

„Ich kann mich nicht erinnern, dass es jemals so schlimm war“, sagt er mir. „Ich habe noch nie erlebt, dass die Luftalarme und Drohnenangriffe so intensiv waren. Unsere Männer arbeiten praktisch rund um die Uhr, fast ohne Pause.“

Sein Gepard hat im vergangenen Jahr mehr als 30 russische Drohnen abgeschossen. Zuletzt auch besonders schnelle, moderne Drohnen, gegen die sich das jahrzehntealte deutsche Waffensystem immer schwerer tut. Vadym erklärt mir, dass die Russen ihre Drohnen ständig weiterentwickeln, die Flugkörper schneller und gefährlicher werden. Gleichzeitig fehlt es seiner Einheit an Ersatzteilen, Reparaturen dauern teilweise lange.

Und trotzdem schwärmt er von dem deutschen Gepard. „Deutsche Qualität“, sagt er. Eine hervorragende Waffe, die noch immer ihren Dienst verrichte. Aber die Ukrainer bräuchten dringend mehr moderne Systeme, mehr Technologie, mehr Unterstützung.

Während in Deutschland immer lauter darüber diskutiert wird, ob die Ukraine überhaupt noch unterstützt werden soll, kämpfen ukrainische Soldaten mit deutschen Waffen darum, dass russische Drohnen nicht noch mehr Menschen in ihren Wohnungen töten. Und sie kommen kaum noch hinterher. Es gibt kaum noch eine Nacht ohne massiven Beschuss.

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