„Er war der Großvater der ganzen Nation“ - Norweger weinen um ihren König Harald (†89)
Oslo (Norwegen) – Blumen liegen vor dem Schloss. Die Flagge weht auf Halbmast. Menschen stehen still, umarmen sich und weinen. Norwegens König der Herzen ist tot. Am Freitagmorgen teilte das Königshaus mit, dass der beliebte Monarch Harald V. um 6.35 Uhr im Universitätskrankenhaus Oslo im Alter von 89 Jahren gestorben ist. Sein Sohn Haakon (53) ist nun König.
Nicht nur für die königliche Familie hat jetzt eine Zeit des Abschieds und des Neuanfangs begonnen. Für viele Norweger starb an diesem Morgen nicht nur ein Staatsoberhaupt , sondern auch eine Identifikationsfigur und ein Vorbild.
„König Harald war seit mehr als 35 Jahren König. Für viele Norweger war er der einzige König, den sie je gekannt haben“, sagt die norwegische Royal-Expertin Caroline Vagle von „Se og Hør“ zu BILD. „Er war bei uns in den großen nationalen Momenten, in Zeiten der Freude und der Trauer, in Krisen und bei Feierlichkeiten.“ Seinen Tod beschreibt sie als historischen Einschnitt für das Land.
Vagle beschreibt Harald V. als „vertraute und beruhigende Konstante“ im Leben der Menschen. Ihr emotionales Bild: „König Harald war nie einfach nur ein König. Er war der Großvater der ganzen Nation.“ Ein warmherziger, sanfter und humorvoller Trostspender. Einer, bei dem die Menschen das Gefühl hatten, ihn zu kennen. Einer, der auf sie aufpasste.
„Er war ein König, der es wagte, den Menschen hinter der Rolle zu zeigen“, sagt Vagle. „Er lachte, war gerührt, scherzte über sich selbst und andere und zeigte, wie sehr ihm seine Familie, sein Volk und sein Land am Herzen lagen.“
Der heutige Tag sei ein Tag, den sie gefürchtet habe, sagt die Norwegerin. „Und ich glaube, dass viele Menschen genauso empfinden. Es ist schwer zu begreifen, dass König Harald nicht mehr unter uns ist.“
Nun stehen die Menschen vor seinem Palast und versuchen zu begreifen, wie ein Norwegen ohne ihn aussehen soll. „Wir trauern heute nicht nur um König Harald“, sagt Vagle. „Wir trauern um einen Menschen, der über Jahrzehnte hinweg ein wichtiger Teil unseres Lebens war. Er war so lange da, dass es schwer vorstellbar ist, an ein Norwegen ohne ihn zu denken.“
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