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Künstliche Intelligenz: KI zum Kuscheln: Wozu sind „Moflins“ gut?

Stern ·
Künstliche Intelligenz: KI zum Kuscheln: Wozu sind „Moflins“ gut?

Moflins sind Spielzeug-Tiere aus Japan, die mit künstlicher Intelligenz unterschiedliche Charaktere annehmen können.

Ist das gruselig oder eine Chance? Sie sind kuschelige Wesen mit Knopfaugen und Batterie im Bauch und erinnern an Hamster: Der japanische Elektronikkonzern Casio bringt jetzt mit dem „Moflin“ einen KI-gestützten Plüschgefährten auf den deutschen Markt, der emotionale Bindungen aufbauen soll. „Der Moflin ist von kleinen Tieren inspiriert, basiert jedoch nicht auf einem bestimmten Tier“, erklärt Entwicklerin Erina Echikawa.

Jeder Nutzer solle seiner Fantasie freien Lauf lassen können.

Sanfte Wärme, leise Atemgeräusche und unterschiedliche Laute sollen den Eindruck eines lebendigen Begleiters vermitteln.

Es komme darauf an, wie man ihn berühre oder mit ihm kommuniziere. „Der Moflin reagiert wirklich auf ganz unterschiedliche Weise: vorsichtig, schüchtern, lebhaft oder auch anhänglich“, sagt Kazuyuki Yamashita, Geschäftsführer von Casio Europa. „Bei manchen geht eine Tür auf“ Im Hamburger Hospital zum Heiligen Geist sind seit Ende 2025 bereits zehn Moflins zu Testzwecken im Einsatz.

Einige Bewohner hätten die kleinen KI-Tiere sofort ins Herz geschlossen, andere könnten mit ihnen wenig anfangen, berichtet Sprecher Enno Olbrich.

Besonders auffällig sei, dass die Moflins Menschen aktivierten und Gespräche anstießen: „Man merkt schon, dass die Menschen ein wenig aufwachen, dass sie sich plötzlich damit beschäftigen.

Da geht bei manchen Bewohnern eine Tür auf“.

Gleichzeitig betont Olbrich, dass die Kuschelroboter nicht dazu da seien, die Senioren abzuspeisen. „So ein Plüschtier kann keinen menschlichen Kontakt ersetzen.

Es kann auch kein echtes Haustier ersetzen.

Es kann aber eine Alternative sein, wenn all das im Moment gerade nicht zur Verfügung steht.“ Zu ähnlichen Ergebnissen kommt eine Untersuchung des Instituts Leistung Arbeit Gesundheit (ILAG) aus Plön .

Wissenschaftler haben den Einsatz von 50 Moflins in fünf Pflegeheimen deutschlandweit untersucht.

Studienautor Michael Bau sagt, sein Team sei von der Resonanz überrascht gewesen: „Etwas über die Hälfte der Bewohner, die sich dort mit dem Moflin beschäftigt haben, haben auch tatsächlich ein ernsthaftes Interesse daran geäußert“, so der Sozialwissenschaftler.

Mehr Wohlbefinden, soziale Teilhabe und weniger Klagen „Es ist ein ernsthaftes Kommunizieren gewesen zwischen der KI im Moflin und der Bewohnerin oder dem Bewohner“, so Bau.

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