Nord-Stream-Pipelines: Ein Anschlag mit politischer Sprengkraft?
Nord-Stream-Pipelines Ein Anschlag mit politischer Sprengkraft? Stand: 20.08.2026 • 14:14 Uhr
Zum zweiten Mal lässt die Bundesanwaltschaft einen mutmaßlich an den Nord-Stream-Anschlägen beteiligten Taucher festnehmen. Der Fall hat auch eine politische Dimension - wie sich in aktuellen Wahlkämpfen zeigt.
Beim BSW haben es die Gas-Pipelines in Berlin sogar auf die Wahlplakate geschafft. Zu sehen ist ein in Ketten gelegtes Ventil. Die Forderung lautet: "Nord Stream aufdrehen".
Es ist ein Spiel mit der Sehnsucht nach den alten, sanktionsfreien Zeiten, in denen russisches Gas günstig zu haben war. Doch drei der vier Pipelines sind zerstört. Sie wurden, da sind sich die Ermittler sicher, gesprengt von einer Gruppe ukrainischer Taucher.
Für Sahra Wagenknecht steht fest, dass die Ukraine dahintersteckt. Ein Land, dem Deutschland Milliarden schenke. "Dass die Politik daraus nicht irgendwann Konsequenzen zieht, das empfinden viele Menschen als absolutes Vasallentum. Kein anderes Land würde das machen", kritisiert sie am Rande einer Wahlkampfveranstaltung des BSW in Sachsen-Anhalt.
Vor der Wahl in Sachsen-Anhalt beschert Sahra Wagenknecht ihrer Partei mediale Aufmerksamkeit. mehr
Ähnlich klingt es bei der AfD: im Wahlkampf, in den sozialen Medien und auch im Parlament. Fast schon genüsslich zitierte der außenpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Markus Frohnmaier, in einer Sitzung vor der Sommerpause aus der Anklage, die die Bundesanwaltschaft bei einem Hamburger Gericht eingereicht hat.
"Der Generalbundesanwalt nennt diese Tat - hören Sie jetzt gut zu - ein Kriegsverbrechen", rief er den Abgeordneten zu, die seine Rede lautstark kommentierten. "Im Auftrag staatlicher Stellen in der Ukraine."
Der Mann soll einer der Taucher gewesen sein, die die Sprengsätze an den Pipelines angebracht haben. mehr
Frohnmaier bezieht sich unter anderem auf diese Passage in der Anklage gegen den Ukrainer Serhii K.:
Die Formulierungen in der Anklage der Bundesanwaltschaft reichen aus Sicht der AfD aus, um von der Ukraine Schadenersatz zu verlangen. Und: die milliardenschwere Unterstützung sofort einzustellen.
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Die Bundesregierung hält sich mit einer Kommentierung der Anklage bisher zurück. Sie verweist darauf, dass es bislang kein Urteil gibt. Der Prozess hat noch nicht begonnen. Die Ermittlungen laufen weiter.
Die Festnahme eines weiteren Tatverdächtigen jetzt, stellt Bundesinnenminister Alexander Dobrindt klar, sei nicht der letzte Schritt gewesen. Man tue das, was alle erwarten: rechtsstaatlich vorzugehen. Ziel der Ermittlungen beibe es, alle, die mit dem Anschlag in Verbindung stehen, auch zur Rechenschaft zu ziehen.
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