Konjunktur ausgebremst: Niedrigwasser würgt Deutschlands Aufschwung ab
Das Rekord-Niedrigwasser hat nicht nur Folgen für die Natur. Auch die Wirtschaft leidet massiv darunter. Schiffstransporte sind kaum mehr möglich, Fracht muss auf Schiene und Straße ausweichen. Die Bundesbank warnt vor Belastungen - ausgerechnet jetzt, wo die Konjunktur gerade wieder Tritt gefasst hatte.
Das Niedrigwasser dämpft der Bundesbank zufolge die gerade erst in Schwung gekommene Konjunkturerholung in Deutschland. "Im dritten Quartal dürften die Folgen der niedrigen Pegelstände auf wichtigen Wasserstraßen die Erholung der deutschen Wirtschaft vorübergehend ausbremsen", heißt es im Monatsbericht der Notenbank. Nur noch begrenzt nutzbare Transportwege auf wichtigen Flüssen wie dem Rhein und kräftig steigende Transportkosten dürften Industrieproduktion und Exportwachstum deutlich beeinträchtigen. "Das Niedrigwasser belastet damit auch die gesamtwirtschaftliche Aktivität im dritten Quartal spürbar", schrieb die Bundesbank. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte "allenfalls noch leicht zulegen".
Dabei hat Europas größte Volkswirtschaft nach jahrelanger Flaute gerade erst wieder Tritt gefasst. Von April bis Juni wuchs sie um 0,2 Prozent und damit bereits das dritte Quartal in Folge - trotz erheblicher Belastungen durch den Iran-Krieg, der etwa höhere Ölpreise zur Folge hat. "Damit befindet sich die deutsche Wirtschaft nunmehr deutlich erkennbar auf einem Erholungskurs, den auch der Krieg im Nahen Osten nicht ausbremsen konnte", betonte die Bundesbank. Dazu dürften vor allem die Exporte beigetragen haben.
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